myHandiQR myHandiQR

Blindheit

Blindheit bezeichnet das Fehlen von Sehvermögen, vollständig oder so weitgehend, dass das Sehen keine Orientierung mehr erlaubt. Bei manchen Menschen besteht sie von Geburt an, bei anderen tritt sie später auf, und sie gleicht sich von Fall zu Fall nicht: Manchmal bleibt eine Wahrnehmung von Licht oder Schatten, manchmal gar nichts. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass die Information nicht mehr über die Augen läuft und andere Wege nehmen muss.

Eine blinde Person rekonstruiert fortwährend den Raum und die Situationen aus Geräuschen, dem Tasten, der Erinnerung an Orte und dem, was andere ihr mitteilen. Diese unsichtbare und ununterbrochene Arbeit ist es, die es ermöglicht, sich fortzubewegen, jemanden an der Stimme zu erkennen oder einen Gegenstand wiederzufinden. Sie verlangt Aufmerksamkeit und stützt sich stark auf die Klarheit dessen, was das Umfeld vermittelt.

Wenn Sie einen Raum betreten, wissen Sie mit einem einzigen Blick, wer sich darin befindet, wer gerade angekommen ist, wer sich anschickt zu gehen. Für eine blinde Person existiert diese Information schlicht nicht, solange niemand sie gibt. Stille bedeutet nicht, dass niemand da ist, und ein wortloses Weggehen lässt jemanden ins Leere sprechen, der seine Gesprächspartnerin oder seinen Gesprächspartner noch anwesend glaubte.

Kleine Gewohnheiten ändern alles: sich beim Ankommen nennen, Bescheid geben, wenn man sich entfernt, laut beschreiben, was Wichtiges geschieht. Nichts davon ist Hilfeleistung, es sind Orientierungspunkte. Blindheit nimmt nicht die Selbstständigkeit, sie verlagert die Art, wie Information fließen muss, damit die Person die Kontrolle über ihre Umgebung behält.

Sich ohne Sehen orientieren

Die Selbstständigkeit einer blinden Person beruht auf genauen Hilfsmitteln und Techniken, die wirksam bleiben, sofern sie respektiert werden:

  • der weiße Blindenstock, der den Boden abliest und Hindernisse ankündigt und den man niemals ergreifen oder verrücken darf;
  • der Blindenführhund, der voll im Einsatz ist, sobald er angeschirrt ist, und den man weder streichelt noch ruft;
  • die Erinnerung an Wege, die durch einen verrückten Gegenstand oder ein neues, unangekündigtes Hindernis aus dem Gleichgewicht geraten kann;
  • die Brailleschrift und die Audio-Hilfsmittel zum Lesen, Schreiben und Zugang zu Informationen.

Gut kommunizieren

Das Hilfreichste kostet am wenigsten: direkt mit der Person sprechen und nicht mit ihrer Begleitung, sowohl die eigene Anwesenheit als auch das Weggehen ankündigen und den Raum in konkreten Worten beschreiben (zu Ihrer Linken, drei Schritte vor Ihnen) statt durch eine Geste oder ein "da drüben", das auf nichts verweist. Den Arm anzubieten, statt zu schieben, und die Person wählen zu lassen, bewahrt das Gefühl der Kontrolle.

Mögliche Anpassungen

Es geht weniger darum, etwas an der Stelle der Person zu tun, als darum, die Information zugänglich und den Raum lesbar zu machen.

  • In der Schule: Unterlagen in Brailleschrift oder im Audioformat, digitalisierte Lehrbücher, verlängerte Zeit für Prüfungen sowie die Unterstützung durch eine AESH (eine Schulbegleitung für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, in Frankreich) oder einen mit der MDPH (Behörde für Menschen mit Behinderung, in Frankreich) erstellten PPS (individueller Beschulungsplan, in Frankreich), um das angepasste Material zu koordinieren.
  • Bei der Arbeit: Screenreader und Braillezeile, in einem für diese Hilfsmittel lesbaren Format übermittelte Dokumente, eine aufgeräumte und stabile Umgebung; eine RQTH (anerkannter Status als Person mit Behinderung im Arbeitsleben, in Frankreich) erleichtert die Finanzierung dieser Ausstattung.
  • Im Alltag: Durchgänge frei halten, Veränderungen laut ankündigen, Gegenstände nicht ohne Ankündigung verrücken und wichtige Bezugspunkte (Schalter, Haushaltsgeräte) durch tastbare Markierungen kennzeichnen.

Erklärungen je nach Ihrem Profil

Wählen Sie ein Profil, um die angepasste Erklärung zu lesen.

Blindheit erklärt für Kind

0–12 Jahre

Blindheit bedeutet, dass die Augen nicht oder fast nicht sehen. Aber blinde Personen können ganz viele Dinge tun! Sie nutzen ihre anderen Sinne wie Superkräfte: ihre Ohren, um zu hören, wo es langgeht, ihre Hände, um zu berühren und zu verstehen, und ihr Gedächtnis, um sich an Orte zu erinnern.

Du kannst sie manchmal an einem Blindenstock erkennen (der hilft, den Weg zu finden) oder an einem besonderen Hund, der sie führt. Sie lesen mit den Fingern auf kleinen erhabenen Punkten oder hören sich Geschichten am Computer an.

Um jemandem zu helfen, der nicht sieht: Sag ihm oder ihr, wer du bist und was du tust. Statt „schau mal da drüben“ zu sagen, sag lieber „links von dir“ oder „geradeaus“. So versteht er oder sie es wirklich!

Verständlich machen

Mit die Blindheit leben: der Kontext gesetzt, das Gespräch befreit.

Sie verfassen Ihr Profil ein einziges Mal. Bei jedem Schuljahresbeginn, jedem neuen Team, jeder neuen behandelnden Person teilen Sie den QR, ohne alles von vorn aufrollen zu müssen. Das Gespräch geht weiter, es startet nur von einem anderen Punkt.

Mein Konto erstellen Tarif ansehen

✓ 3 Monate kostenlos testen   ✓ Keine Karte erforderlich   ✓ Abonnement mit 1 Klick beenden