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Glaukom

Das Glaukom ist eine fortschreitende Beeinträchtigung des Gesichtsfelds: Das periphere Sehen verringert sich nach und nach, oft ohne Schmerz oder Warnzeichen, während das zentrale Sehen lange scharf bleibt. Eine Person kann also lesen, ein Gesicht von vorn erkennen und eine übliche Sehprüfung bestehen, ohne dabei noch wahrzunehmen, was sich an den Seiten befindet.

Diese Verringerung geschieht in so langsamen Schritten, dass sie selten sofort auffällt. Das Gehirn füllt die fehlenden Bereiche aus, und die Person passt ihre Bewegungen an, ohne sich dessen immer bewusst zu sein. Oft bemerkt das Umfeld vor ihr selbst, dass sie einen seitlich abgelegten Gegenstand nicht sieht oder jemanden, der von rechts kommt.

Jemand streckt die Hand zum Gruß aus und kommt dabei von der Seite, und die Person reagiert nicht: nicht aus Unaufmerksamkeit, sondern weil dieser Bereich des Gesichtsfelds nichts mehr überträgt. Mit einem Glaukom kann man sein Gegenüber gerade in die Augen sehen und das Glas nicht bemerken, das man zehn Zentimeter neben der eigenen Hand gerade umgestoßen hat.

Da das Sehen nach vorn klar bleibt, ist die Beeinträchtigung von außen nicht zu erahnen, was Missverständnisse begünstigt: Man hält die Person für unaufmerksam oder distanziert. Es einmal erklären zu können, ohne es bei jeder Begegnung wiederholen zu müssen, verändert die Art, wie ihre alltäglichen Gesten gedeutet werden.

Ein scharfes zentrales Sehen, Ränder die verschwinden

Oft stellt man sich ein gleichmäßig nachlassendes Sehen vor. Das Glaukom funktioniert anders: Es nagt vom Rand her am Gesichtsfeld und lässt die Mitte sehr lange unversehrt. Daraus entsteht ein verwirrender Widerspruch zwischen einer Person, die einen feinen Text lesen kann, und die zugleich ein Hindernis an der Seite nicht erkennt.

  • Gegen ein Möbelstück, einen Türrahmen oder eine Person am Rand des Gesichtsfelds stoßen.
  • Eine Stufe, eine Bordsteinkante oder einen am Boden liegenden Gegenstand übersehen.
  • Abends oder in der Dämmerung an Sicherheit verlieren, wenn die Anhaltspunkte abnehmen.
  • Eine Person oder eine von der Seite gereichte Hand nicht kommen sehen.

Was Hürden verringert

Seine Anwesenheit anzukündigen und Überraschungen zu vermeiden, macht einen großen Unterschied. Sich der Person gegenüber, in ihr zentrales Sehfeld zu stellen und Durchgänge frei zu halten, verhindert die meisten Zwischenfälle.

  • Sich beim Ankommen bemerkbar machen, statt von der Seite aufzutauchen.
  • Durchgänge frei halten und auf Stufen hinweisen.
  • Auf gute Beleuchtung achten, vor allem an den Übergängen zwischen hellen und dunklen Bereichen.

Mögliche Anpassungen

Hier helfen es, Raum frei zu halten und die eigene Anwesenheit anzukündigen, mehr als jede Textvergrößerung.

  • In der Schule: ein Platz mit einem weiten freien Blickfeld, freie Wege im Klassenraum und, über einen PAP (ein individueller Förderplan, in Frankreich) oder einen PPS (ein individueller Beschulungsplan, in Frankreich), Zeit, um sich ohne Gedränge zu bewegen.
  • Am Arbeitsplatz: ein so eingerichteter Platz, dass seitliche Hindernisse begrenzt sind, angepasste Beleuchtung und eine mögliche Anerkennung durch die RQTH (offizielle Anerkennung als Arbeitnehmer mit Behinderung, in Frankreich) bei der MDPH (die französische Behörde für Menschen mit Behinderung), um Raum und Arbeitszeiten anzupassen.
  • Im Alltag: Durchgänge aufgeräumt halten, vorwarnen, bevor man sich von der Seite nähert, die Beleuchtung von Treppen und Schwellen verstärken.

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Glaukom erklärt für Kind

0–12 Jahre

Ein grüner Star (Glaukom) ist wie wenn das Auge innen zu prall wird. Stell dir einen Ballon vor: Wenn er nicht genug Luft hat, ist alles gut. Aber wenn er zu viel hat, kann er kaputtgehen. Im Auge ist es genauso.

Wenn das Auge zu prall ist, wird die Sicht nach und nach enger, als würde man durch einen Tunnel schauen. Am Anfang sieht man geradeaus gut, aber an den Seiten sieht man nichts mehr. Deshalb kann eine Person ohne Probleme ein Buch lesen, aber eine Freundin nicht sehen, die von der Seite kommt.

Von außen ist es unsichtbar, man sieht es nicht im Gesicht, aber die Person spürt es. Sie geht vorsichtiger, sie passt mehr auf.

  • Der Arzt kann den grünen Star behandeln, wenn man ihn früh entdeckt.
  • Deshalb muss man regelmäßig zum Augenarzt gehen.
Verständlich machen

Mit das Glaukom leben: der Kontext gesetzt, das Gespräch befreit.

Sie verfassen Ihr Profil ein einziges Mal. Bei jedem Schuljahresbeginn, jedem neuen Team, jeder neuen behandelnden Person teilen Sie den QR, ohne alles von vorn aufrollen zu müssen. Das Gespräch geht weiter, es startet nur von einem anderen Punkt.

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