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Mehrfachbehinderung

Die Mehrfachbehinderung verbindet eine starke motorische Abhängigkeit mit einer ausgeprägten geistigen Beeinträchtigung, meist bereits seit der frühen Kindheit vorhanden. Die Person braucht Hilfe bei fast allen alltäglichen Handgriffen und kommuniziert selten über das Sprechen.

Dennoch nimmt sie wahr, fühlt und reagiert. Ein Blick, eine veränderte Atmung, eine Verkrampfung oder ein Lächeln tragen Botschaften, die das nahe Umfeld mit der Zeit zu lesen lernt.

Jede Person mit Mehrfachbehinderung hat ihre eigene Sprache: ein bestimmter Laut bedeutet "ich habe Schmerzen", eine bestimmte Art, den Kopf zu drehen, bedeutet "nochmal", eine Anspannung in den Armen signalisiert, dass die Umgebung zu intensiv wird. Dieses Vokabular ist nirgends aufgeschrieben, es wird von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Daraus ergibt sich eine sehr konkrete Schwierigkeit: bei jeder neuen Person, die hinzukommt, einem Wechsel der Begleitperson, einem Aufenthalt in einer Einrichtung, einem Krankenhausaufenthalt, muss dieser ganze Code von Grund auf neu erklärt werden. Andernfalls droht ein Schmerzsignal für bloße Unruhe gehalten zu werden.

Eine vielfältige, nie festgelegte Realität

Die Mehrfachbehinderung umfasst sehr unterschiedliche Situationen, je nach den motorischen, sensorischen und kommunikativen Fähigkeiten jeder Person. Manche bewegen sich in einem angepassten Rollstuhl fort, andere gar nicht; manche sehen und hören gut, andere haben zusätzlich sensorische Besonderheiten. Was diese Situationen verbindet, ist das Bedürfnis nach aufmerksamer und kontinuierlicher Begleitung sowie die Bedeutung, die Person gut zu kennen, um sie gut zu unterstützen.

Was wirklich hilft

  • im Voraus die persönlichen Signale der Person kennen (Schmerz, Freude, Müdigkeit, Ablehnung),
  • ihren Rhythmus respektieren, ohne Pflege- oder Mahlzeitenhandgriffe zu überstürzen,
  • eine stabile, ruhige und vorhersehbare Umgebung schaffen,
  • auf angepasste Kommunikationsmittel zurückgreifen (Piktogramme, Blick, Taster), wenn vorhanden.

Mögliche Anpassungen

Je nach Alter und Grad der Selbstständigkeit organisiert sich die Begleitung rund um eigene Strukturen und Vorkehrungen:

  • In der Schule: individueller Beschulungsplan (PPS), menschliche Begleitung (AESH, Schulbegleitung), geteilte Beschulung mit einer medizinisch-sozialen Einrichtung, angepasstes Material.
  • Am Arbeitsplatz: für Erwachsene Tagesbetreuung oder spezialisierte Einrichtung statt regulärer Beschäftigung, mit einer über die MDPH organisierten Begleitung.
  • Im Alltag: menschliche Hilfen, Lagerungs- und Mobilitätshilfen, stabile Bezugspunkte und klare Weitergabe der Gewohnheiten an jede begleitende Person.

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Mehrfachbehinderung erklärt für Kind

0–12 Jahre

Mehrfachbehinderung bedeutet, dass mehrere Dinge gleichzeitig das Leben schwerer machen.

Die Person hat Mühe, ihren Körper zu bewegen, so als ob ihre Beine und Arme nicht richtig gehorchen. Sie kann auch Mühe haben zu sprechen oder Wörter zu verstehen.

Aber sie spürt die Dinge sehr gut: Sie sieht dein Lächeln, sie spürt, wenn du sie sanft berührst, sie versteht deine Zuneigung. Es ist, als ob ihr Herz lauter spricht als die Wörter.

Diese Menschen brauchen Hilfe bei allen Handgriffen: essen, sich anziehen, sich fortbewegen. Und vor allem brauchen sie deine Anwesenheit, deine sanfte Stimme und dein Lächeln, um sich wohlzufühlen.

Verständlich machen

Mit die Mehrfachbehinderung leben: der Kontext gesetzt, das Gespräch befreit.

Sie verfassen Ihr Profil ein einziges Mal. Bei jedem Schuljahresbeginn, jedem neuen Team, jeder neuen behandelnden Person teilen Sie den QR, ohne alles von vorn aufrollen zu müssen. Das Gespräch geht weiter, es startet nur von einem anderen Punkt.

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