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Retinitis pigmentosa

Die Retinitis pigmentosa umfasst Beeinträchtigungen der Netzhaut, die sich langsam über Jahre entwickeln. Zwei Anzeichen kennzeichnen sie oft: eine ausgeprägte Hürde bei Dämmerlicht und in der Nacht, dann eine fortschreitende Verengung des Gesichtsfelds, das sich nach und nach zur Mitte hin verkleinert. Das Sehen bei Tag und nach vorn kann lange nutzbar bleiben.

Tempo und Ausmaß unterscheiden sich stark von Person zu Person, und nichts ist im Gesicht abzulesen. Ein und dieselbe Person kann sich bei vollem Tageslicht ohne erkennbare Schwierigkeit bewegen und sich stark beeinträchtigt wiederfinden, sobald das Licht nachlässt, was das Umfeld oft überrascht.

Von einer sonnigen Straße in ein Kino oder ein überdachtes Parkhaus zu wechseln und sich für lange Sekunden in völliger Dunkelheit wiederzufinden, während die anderen schon weitergehen: Das ist eine der ersten Erfahrungen, die Menschen mit Retinitis pigmentosa beschreiben. In der Dämmerung, wenn das Licht nachlässt, schließt sich die Welt für sie weit schneller als für ihr Umfeld.

Tagsüber lässt nichts diese Hürde erahnen, was die Situationen am Abend schwer verständlich macht: Man kann ohne erkennbaren Grund als ungeschickt oder zögerlich gelten. Den Zusammenhang einmal ruhig darlegen zu können, erspart es, sich jedes Mal zu rechtfertigen, wenn das Licht fehlt.

Zuerst die Dämmerung, dann das Gesichtsfeld

Anders als die Vorstellung eines insgesamt „nachlassenden" Sehens betrifft Retinitis pigmentosa vor allem zwei Bereiche. Das Sehen bei Dunkelheit verschlechtert sich früh, dann wird das Gesichtsfeld enger, bis zeitweise der Eindruck entsteht, durch eine Röhre zu schauen. In der Mitte kann das Sehen präzise bleiben, während der gesamte Rand verschwunden ist.

  • Sich an einem dunklen oder schwach beleuchteten Ort bewegen.
  • Sich an einen plötzlichen Helligkeitswechsel anpassen (Hineingehen, Hinausgehen, unter einen Torbogen treten).
  • Ein Hindernis oder eine Person außerhalb der Blickrichtung erkennen.
  • Abends im Freien einer Gruppe folgen, wenn die Beleuchtung ungleichmäßig ist.

Was den Alltag erleichtert

Eine gleichmäßige und vorhersehbare Beleuchtung sowie laut angekündigte Anhaltspunkte verringern den Großteil der Schwierigkeiten. Der Person bei jedem Lichtwechsel Zeit zur Anpassung zu lassen, erspart viel Zögern.

  • Schroffe Lichtkontraste vermeiden und auf gute Beleuchtung der Durchgänge achten.
  • Die Umgebung beschreiben und auf Stufen, Hindernisse und Höhenunterschiede hinweisen.
  • Den Arm anbieten, statt aus der Ferne durch die Dämmerung zu führen.

Mögliche Anpassungen

Die Hauptfrage ist das Licht und das Vorausplanen der Wege, mehr als die Vergrößerung von Texten.

  • In der Schule: ein gut beleuchteter Platz, Anweisungen ebenso mündlich wie schriftlich und, über einen PAP (ein individueller Förderplan, in Frankreich) oder einen PPS (ein individueller Beschulungsplan, in Frankreich), Wege und Zeiten, die Passagen im Dunkeln vermeiden.
  • Am Arbeitsplatz: eine stabile Beleuchtung des Platzes, eine Organisation, die Wege bei schwachem Licht begrenzt, und die RQTH (offizielle Anerkennung als Arbeitnehmer mit Behinderung, in Frankreich) bei der MDPH (die französische Behörde für Menschen mit Behinderung), um die Anpassungen und, falls nötig, die Arbeitszeiten festzuhalten.
  • Im Alltag: Treppen und Eingänge großzügig beleuchten, an dunklen Orten einen Arm annehmen, abendliche Ausgänge vorausplanen.

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Retinitis pigmentosa erklärt für Kind

0–12 Jahre

Die Augen von jemandem, der wie in einem Tunnel sieht

Stell dir vor, deine Augen sind wie zwei Kameras. Bei manchen Menschen sehen diese Kameras in der Mitte gut, aber nicht an den Seiten, das ist wie durch eine Klopapierrolle zu schauen. Das ist die Retinitis pigmentosa.

Diese Person kann ihr Buch ohne Probleme lesen, aber sie sieht jemanden nicht, der sich von der Seite nähert. Es ist nicht so, dass sie nicht aufpasst: Ihre Augen zeigen ihr nur, was direkt vor ihr ist.

  • Nachts ist es noch schwieriger, alles wird schwarz und verschwommen
  • Sie kann gegen Gegenstände stoßen, die an den Seiten sind
  • Nach und nach, mit der Zeit, wird ihre Sicht noch enger

Die Erwachsenen um sie herum müssen ihr helfen, sich zu orientieren und in Sicherheit zu bleiben, ein wenig wie ein Guide.

Verständlich machen

Mit die Retinitis pigmentosa leben: der Kontext gesetzt, das Gespräch befreit.

Sie verfassen Ihr Profil ein einziges Mal. Bei jedem Schuljahresbeginn, jedem neuen Team, jeder neuen behandelnden Person teilen Sie den QR, ohne alles von vorn aufrollen zu müssen. Das Gespräch geht weiter, es startet nur von einem anderen Punkt.

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