myHandiQR myHandiQR

Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie betrifft die Netzhaut, jene dünne Membran am Augenhintergrund, die Licht in Bilder umwandelt. Wenn der Diabetes lange andauert, werden die winzigen Gefäße, die die Netzhaut versorgen, brüchig, bluten manchmal aus oder verstopfen. Das Sehen kann dann verschwimmen, sich mit dunklen Flecken übersäen oder an Genauigkeit verlieren, oft ohne Vorwarnung.

Das Besondere liegt in ihrer Unauffälligkeit. Man kann perfekt sehen und trotzdem bereits bestehende Schädigungen haben, denn die frühen Stadien tun nicht weh und trüben nichts. Deshalb zählt die regelmäßige Kontrolle des Augenhintergrunds genauso viel wie das Ablesen des Blutzuckers: Sie erkennt, was man noch nicht spürt.

Man kann sehr gut sehen und trotzdem bereits eine diabetische Retinopathie haben. Genau darin liegt das Paradox dieser Besonderheit: Über Jahre schreitet sie still voran, ohne Schmerzen und ohne verschwommenes Bild, während sich die Gefäße der Netzhaut verändern. Wenn die ersten Anzeichen auftreten, ein Lesen, das ermüdet, Flecken, die im Sichtfeld schweben, ein Sehen, das sich je nach Blutzuckerwert des Tages verändert, ist die Besonderheit oft schon vorhanden.

Diese Unauffälligkeit verändert den Alltag mehr, als man denkt. An einem Tag ist das Sehen scharf, am nächsten verblassen die Kontraste oder die Buchstaben tanzen, ohne dass etwas Äußeres es erklärt. Für die betroffene Person geht es nicht darum, sich anzustrengen, um besser zu sehen, sondern darum, dass ihr Umfeld versteht, dass dieses schwankende Sehen weder eine Laune noch ein Mangel an Aufmerksamkeit ist.

Die diabetische Retinopathie über die Unschärfe hinaus verstehen

Diese Besonderheit auf die Vorstellung zu reduzieren, dass der Diabetes die Augen schädigt, lässt das außer Acht, was im Alltag wirklich belastet. Was das Leben erschwert, ist nicht nur ein zeitweise eingeschränktes Sehen, sondern dessen Unbeständigkeit und der Zusammenhang mit dem Gleichgewicht des Diabetes.

  • ein Sehen, das von einem Moment zum anderen je nach Blutzucker schwankt,
  • dunkle Flecken oder Fäden, die im Sichtfeld schweben,
  • eine verstärkte Beeinträchtigung nachts, bei Scheinwerfern oder schwachen Kontrasten,
  • eine rasche Sehermüdung beim Lesen oder vor einem Bildschirm.

Was konkret hilft

Die frühe Erkennung bleibt der wichtigste Hebel: Eine regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrunds ermöglicht es, zu handeln, bevor das Sehen dauerhaft nachlässt. Neben der Kontrolle erleichtern einfache Anpassungen den Alltag erheblich.

  • eine gute Beleuchtung, kontrastreiche und vergrößerbare Dokumente,
  • Zeit, um zu lesen oder sich an einem neuen Ort zurechtzufinden,
  • die Möglichkeit, Bildschirm und Pausen abzuwechseln, ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Zahlen im Überblick

Diabetische Retinopathie in Zahlen

  • ~ ein Drittelder Menschen mit Diabetes entwickelt eine diabetische Retinopathie.Source: WHO.
  • HäufigsteUrsache für Erblindung im erwerbsfähigen Alter weltweit.Source: WHO.
  • über 800 MillionenMenschen leben weltweit mit Diabetes.Source: WHO.

Mögliche Anpassungen

Die Anpassungen werden rund um ein Sehen aufgebaut, das schwanken kann, und eine regelmäßige medizinische Begleitung, die erhalten bleiben muss.

  • In der Schule: vergrößerte und kontrastreiche Unterlagen, Platz nahe der Tafel, angepasste Zeit, ein PAI (ein individueller Betreuungsplan, in Frankreich), um Blutzuckerkontrollen und Termine zu regeln.
  • Bei der Arbeit: angepasster Bildschirm und Beleuchtung, Bildschirmvergrößerung, flexible Arbeitszeiten für augenärztliche Untersuchungen, RQTH (offizielle Anerkennung als Arbeitnehmer mit Behinderung, in Frankreich) über die MDPH (die lokale Stelle für Behindertenleistungen, in Frankreich) bei Bedarf.
  • Im Alltag: deutlich markierte visuelle Orientierungspunkte, sorgfältige Beleuchtung, Vorausplanung von Wegen bei Nacht und an wenig beleuchteten Orten.

Erklärungen je nach Ihrem Profil

Wählen Sie ein Profil, um die angepasste Erklärung zu lesen.

Diabetische Retinopathie erklärt für Kind

0–12 Jahre

Stell dir die Augen wie eine kleine Kamera vor: Um gut zu sehen, muss innen alles gut funktionieren. Wenn der Diabetes lange dauert, gehen die ganz kleinen Leitungen kaputt, die die Kamera versorgen, wie Straßen mit Schlaglöchern.

Das kann seltsame Dinge bewirken: Die Sicht wird verschwommen, kleine Flecken oder schwarze Punkte tanzen vor den Augen, oder die Farben wirken weniger schön.

Die gute Nachricht: Wenn man gut auf den Diabetes aufpasst (mit den Medikamenten, den Kontrollen beim Arzt), schützt man seine Augen, um sehr lange klar zu sehen. Das ist wie seine Kamera zu pflegen, damit sie immer gut läuft!

Verständlich machen

Mit die Diabetische Retinopathie leben: der Kontext gesetzt, das Gespräch befreit.

Sie verfassen Ihr Profil ein einziges Mal. Bei jedem Schuljahresbeginn, jedem neuen Team, jeder neuen behandelnden Person teilen Sie den QR, ohne alles von vorn aufrollen zu müssen. Das Gespräch geht weiter, es startet nur von einem anderen Punkt.

Ich probiere es, ohne Kreditkarte Tarif ansehen

✓ 3 Monate kostenlos testen   ✓ Keine Karte erforderlich   ✓ Abonnement mit 1 Klick beenden

Ich probiere es, ohne Kreditkarte