myhandiqr myHandiQR

Was es istmyHandiQR, kurz gefasst

myHandiQR ist eine französische inklusive Anwendung, mit der eine Person mit einer Behinderung, oder ihr Umfeld, diese Behinderung verständlich machen kann, ohne sie bei jeder neuen Begegnung erneut erklären zu müssen.

Wer das Profil anlegt, schreibt drei kurze Texte (Vorstellung, wie man hilft, was zu vermeiden ist) und kreuzt die betreffenden Behinderungen in einer Liste an. Danach teilt die Person einen einzigen QR-Code. Alle, die ihn scannen, erreichen dasselbe Profil und Erklärungen zu jeder Behinderung, abgestimmt auf die lesende Person: Ein Kind, eine Lehrkraft, eine Pflegekraft oder eine nahestehende Person bekommen nicht dieselbe Erklärung derselben Behinderung. Das Profil selbst bleibt für alle gleich.

Der Ursprung des ProjektsWas zu myHandiQR geführt hat

myHandiQR wurde konzipiert von Jérôme Salanhac, Informatiker und Vater zweier neurodivergenter Kinder (Autismus, ADHS, schwere Dyslexie). Bei jedem Schuljahresbeginn, bei jeder neuen Fachkraft, bei jedem neuen Erwachsenen, der in ihren Alltag trat, musste alles von vorn erklärt werden: die richtigen Worte finden, sie an das Gegenüber anpassen, hoffen, verstanden zu werden. Diese Last, unsichtbar, aber ständig, ist der Ausgangspunkt des Projekts.

Diese Erfahrung steht keineswegs allein. Sie teilen alle Familien, die von einer unsichtbaren Behinderung betroffen sind, und die erwachsenen Betroffenen selbst im beruflichen oder sozialen Umfeld. Auf der anderen Seite erleben Lehrkräfte, AESH, Betreuende und Gesundheitsfachkräfte im Erstkontakt dieselbe Schieflage: Sie haben keine Zeit, eine ganze Akte aufzunehmen, müssen aber schnell verstehen, um richtig zu handeln.

myHandiQR ist entstanden, um diesen Moment des Beziehungsbeginns handhabbar zu machen, ohne medizinisches Fachjargon und ohne die Pflicht, alles neu aufzurollen. Das Werkzeug wurde von Anfang bis Ende in Frankreich konzipiert und entwickelt, mit einem durchgängigen Anliegen: dass die betroffene Person oder ihre Familie die Kontrolle darüber behält, was über sie gesagt wird.

Für wenZwei einander ergänzende Zielgruppen

Profil-Erstellende: Eltern von Kindern mit einer unsichtbaren Behinderung (Autismus, ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Dysphasie, Autismus-Spektrum, chronische Erkrankungen, Epilepsie, selektiver Mutismus, Hochsensibilität...), Erwachsene mit Behinderung im beruflichen oder sozialen Umfeld, pflegende Angehörige, Betreuende und Beistände.

Wer den QR-Code scannt: Lehrkräfte, AESH (Schulbegleitungen für Kinder mit Behinderung in Frankreich), schulisches Begleitpersonal, Betreuende in Freizeitzentren, Gesundheitsfachkräfte im Erstkontakt, Rettungskräfte, Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn, nahestehende Personen, alle, die der Person im Alltag begegnen und von einer auf ihre Rolle abgestimmten Erklärung profitieren.

myHandiQR lässt sich auch auf Ebene einer Einrichtung ausrollen (Schule, Verein, Personalabteilung, Inklusionsstelle, MDPH, die französische Behörde für Menschen mit Behinderung, sozialmedizinische Einrichtung). Siehe die Seite Für Einrichtungen.

Wie es funktioniertDer Ablauf in vier Schritten

  1. Drei Texte, jederzeit anpassbar. Wer das Profil anlegt, schreibt frei eine Vorstellung, ein "wie man hilft" und ein "was zu vermeiden ist". Diese drei Texte sind jederzeit änderbar.
  2. Auswahl der Behinderungen. Wer das Profil anlegt, kreuzt die betreffenden Behinderungen in einer Liste an (Autismus, ADHS, Dyslexie, Epilepsie, Hochsensibilität und weitere).
  3. Teilen des QR-Codes. Der QR-Code lässt sich auf einen Aufkleber, eine Karte oder einen Anstecker drucken, in ein Mitteilungsheft oder ein Portemonnaie stecken, im Klassenzimmer oder im Ruheraum aufhängen.
  4. Lesen durch die scannende Person. Wer scannt, liest das Profil, für alle identisch. Mit einem Klick auf eine Behinderung erhält die Person eine Definition, abgestimmt auf ihr Alter und ihre Beziehung zur Profilinhaberin oder zum Profilinhaber. Alles ist auch als Audio verfügbar.

Drei konkrete BeispieleWie myHandiQR im Alltag genutzt wird

Drei reale Situationen zeigen die typische Nutzung von myHandiQR.

  • In der Schule. Der QR-Code klebt im Mitteilungsheft eines Kindes mit Dyspraxie. Die Lehrerin scannt ihn und liest in 30 Sekunden die Vorstellung, das "wie man hilft" und das "was zu vermeiden ist", geschrieben von den Eltern. Sie klickt auf "Dyspraxie" und erhält eine pädagogische Definition, abgestimmt auf ihre Rolle. Als zwei Wochen später die Vertretungs-AESH kommt, geht diese denselben Weg eigenständig, ohne eine Akte anfordern zu müssen.
  • Bei der Arbeit. Ein Erwachsener mit ADHS, angestellt in einem kleinen Unternehmen, teilt seinen QR-Code mit einem neuen Kollegen, der mit ihm an einem Projekt arbeiten soll. Der Kollege liest das Profil, klickt auf "ADHS" und erhält eine berufliche, sachliche Fassung, ohne Pathos. Der Betroffene musste sich weder in einer Teambesprechung öffnen noch eine Ansprache vorbereiten.
  • Im Freizeitzentrum. Ein Kind mit ADHS nimmt in den Schulferien an einem Sportkurs teil. Die Betreuung, die das Kind nicht kennt, scannt den auf seiner Tasche gedruckten QR-Code. Sie liest, was hilft ("ihm nach dem Mittagessen eine ruhige Phase lassen") und was zu vermeiden ist ("nicht darauf beharren, wenn er eine Anweisung ablehnt, in fünf Minuten wiederkommen"). Sie klickt auf "ADHS" und erhält eine kurze Fassung, passend für die Freizeitbetreuung.

Diese drei Beispiele schöpfen die Einsatzmöglichkeiten nicht aus. myHandiQR kommt auch bei gelegentlicher Betreuung bei den Großeltern zum Einsatz, im Wechselmodell mit zwei Haushalten, die dasselbe Profil nutzen, auf Familienreisen, bei regelmäßigen sportlichen oder künstlerischen Aktivitäten und um ein pädagogisches Team zu Jahresbeginn vorzubereiten.

myHandiQR ist keine medizinische Notfalleinrichtung und tritt an die Stelle keines Rettungsdienstes (15, 18, 112, 114 in Frankreich). Die Nutzung ist pädagogisch und sozial, nicht lebenskritisch.

Was myHandiQR auszeichnetVier Gestaltungsprinzipien

  • Keine medizinische Logik. Angezeigt werden die eigenen Worte der Person, kein Protokoll. myHandiQR ist weder ein Medizinprodukt noch ein Notdienst.
  • Dasselbe Profil für alle, Erklärungen auf jede lesende Person abgestimmt. Das geschriebene Profil bleibt vollständig gleich, wer auch immer scannt. Nur die Definition der Behinderung, die sich per Klick öffnet, richtet sich nach dem Profil der lesenden Person.
  • Die Kontrolle bleibt bei der Person selbst. Die drei Texte sind jederzeit änderbar, ohne den bereits verteilten QR-Code zu verlieren. Das Profil bleibt auch bei einer Unterbrechung des Abonnements erhalten.
  • Ergänzung zum Gespräch, kein Ersatz. myHandiQR schafft den Grundkontext, damit das Gespräch direkt bei dem beginnen kann, was hier, für diese Person, zählt.

Einordnung gegenüber anderen QR-Diensten. Am nächsten liegen die QR-Codes für medizinische Notfälle (RescueCode, QR-Care, MedicAlert, ICE-QR). Diese Dienste richten sich ausschließlich an Rettungskräfte und an eine minimale Nutzung in kritischen Situationen. myHandiQR positioniert sich nicht beim medizinischen Notfall, sondern bei der alltäglichen Kommunikation rund um Behinderung: Schule, Arbeit, soziales Leben, erweiterte Familie. Die Bereiche überschneiden sich nicht, und beide Arten von Werkzeug können bei derselben Person problemlos nebeneinander bestehen.

Preis3 Monate kostenlos testen, danach 24 €/Jahr

myHandiQR wird nach einem einfachen Modell angeboten: 3 Monate kostenlos testen, ohne Bankkarte, danach 2 €/Monat pro Profil, also 24 €, einmal jährlich abgerechnet. Ohne Bindung, jederzeit kündbar. Das Profil bleibt auch bei einer Unterbrechung des Abonnements erhalten.

Mit Empfehlungscodes können freiberuflich Tätige (Logopädinnen und Logopäden, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, Psychologinnen und Psychologen, Lernpädagoginnen und Lernpädagogen, ABA-Fachkräfte) mehreren von ihnen begleiteten Familien 9 kostenlose Monate anbieten.

Keine Daten werden weiterverkauft oder an kommerzielle Dritte weitergegeben. Europäisches Hosting, Verschlüsselung bei der Übertragung (HTTPS). Siehe die Datenschutzerklärung.

VerbreitungWie myHandiQR bekannt wird

myHandiQR verbreitet sich über drei Hauptwege.

  1. Mundpropaganda unter freiberuflich Tätigen, die betroffene Familien begleiten: Logopädie, Ergotherapie, Psychologie, Lernpädagogik, Verhaltensanalyse (ABA), Psychomotorik. Jede Fachkraft kann einen Empfehlungscode erhalten, der mehreren begleiteten Familien 9 kostenlose Monate eröffnet. Die Fachkraft muss nichts weiter tun, als den Code weiterzugeben.
  2. Familien- und Betroffenenverbände, insbesondere FFDys, TDAH France, AAD France, Coridys, der Verband Autisme France und die vielen örtlichen Elterngruppen. myHandiQR wird dort als Ergänzung zu bestehenden Maßnahmen (PPS, PAP, PAI, RQTH, die französischen Unterstützungs- und Anerkennungsverfahren) vorgestellt, nicht als Ersatz.
  3. Fachblogs und Fachmedien zu Neurodiversität, zur Erziehung von Kindern mit besonderem Bedarf und zu unsichtbaren Behinderungen im Berufsleben. Der myHandiQR-Blog veröffentlicht regelmäßig Artikel zu diesen Themen: den Schuljahresbeginn vorbereiten, eine Vertretung einweisen, ein Wechselmodell organisieren, eine RQTH (französische Anerkennung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer mit Behinderung) erhalten, ohne sich bloßzustellen.

Das Ziel für das erste Jahr ist, eine Basis von Familien aufzubauen, die das Werkzeug täglich nutzen, besonders in der Schule und in Aktivitäten nach dem Unterricht, und ein Netz freiberuflich Tätiger aufzubauen, die es selbstverständlich an die von ihnen begleiteten Menschen weitergeben.

Wer myHandiQR herausgibtEine französische SASU

myHandiQR wird herausgegeben von der SASU myHandiQR, einer französischen Gesellschaft, eingetragen im Handelsregister von Paris (SIREN 104 999 701), 2026 gegründet von Jérôme Salanhac.

Eine unabhängige Herausgeberhaltung. Das Projekt wird eigenständig getragen, ohne Finanzierungsrunde, ohne externe Investoren. Ziel ist weder der Verkauf an einen Konzern noch ein Börsengang, sondern der dauerhafte Bestand eines nützlichen Dienstes für möglichst viele betroffene Familien. Das Wachstum ist organisch und vollständig aus Kundenabonnements finanziert. Diese Unabhängigkeit ist eine Entscheidung der Unternehmensführung: Sie stellt sicher, dass Produktentscheidungen an den Interessen der Betroffenen und ihres Umfelds ausgerichtet bleiben, ohne kurzfristigen Renditedruck.

Technologien. myHandiQR ist eine responsive Webanwendung, konzipiert für die mobile Nutzung zuerst (der QR-Code wird überwiegend mit dem Handy gescannt). Erzeugung der QR-Codes, Hosting der öffentlichen Profile, eine Engine zum Umformulieren von Erklärungen auf Basis eines Sprachmodells (LLM), Audioausgabe per Sprachsynthese. Europäisches Hosting (OVHcloud, Roubaix), Verschlüsselung bei der Übertragung (HTTPS).

Kontakt: Kontaktseite. Siehe auch das Impressum und die Datenschutzerklärung.

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