Schüler mit Dyspraxie in der Grundschule, 7 Jahre
Die Lehrerin öffnet das Tagesheft, der QR-Aufkleber ist da, auf dem Deckblatt. Ein Scan, während die Kinder ihr Mäppchen wegräumen, und der Kontext ist gesetzt: Die grafische Ermüdung dieses Kindes ist keine Langsamkeit, das Schreiben erfordert eine Planung, die die Hand nicht automatisiert. Das Geschriebene wird anders bewertet, ohne Diskussion vor der Klasse.
Dieser Fall betrifft dyspraktische Kinder der 1. und 2. Klasse in Regelbeschulung, noch bevor ein PPS (individueller Schulförderplan, Frankreich) offiziell festgelegt wurde.
Der erlebte Moment
Am Montagmorgen lässt die Lehrerin die übers Wochenende mit nach Hause genommenen Tageshefte herumgehen. Die meisten Seiten sind voll, die Zeilen folgen sich, die Großbuchstaben sehen wie Großbuchstaben aus. Ein Heft hat nur drei Zeilen. Das Datum wurde abgeschrieben, fehlerhaft, mit zwei durchgestrichenen Wörtern. Etwas weiter unten eine Zeichnung, die nicht verlangt war.
Sie könnte seufzen. Stattdessen schaut sie auf das Deckblatt, den kleinen runden Aufkleber, den die Mutter beim Elternabend angesprochen hatte. Ein Scan mit ihrem Telefon. In zwanzig Sekunden liest sie, was der Vater geschrieben hat: „Sein Gehirn plant Bewegungen schlecht, das Schreiben laugt ihn aus, vergleichen Sie ihn nicht mit seinen Mitschülern, er kennt den Stoff, wenn man ihn mündlich abfragt.“
Am Abend, wenn sie das Heft zur Korrektur öffnet, wird sie die fehlenden Zeilen nicht zählen.
- Sie schreiben es
- Der QR ist angebracht
- Der Leser scannt
- Verstanden, ohne erneut zu erklären
Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird
Das Deckblatt des Tagesheftes ist der beste Platz, genau weil es die einzige Seite ist, die die Lehrkraft jedes Mal anschaut, wenn sie das Heft zur Korrektur öffnet. Ein runder Aufkleber von 3 cm oben rechts, geschützt durch eine transparente Klebefolie: Er hält das ganze Jahr, auch wenn das Heft am Boden des Schulranzens feucht wird.
Den Einband vermeiden, er ist vor Weihnachten verloren. Das Mitteilungsheft vermeiden, es bleibt oft zu Hause bei der Familie für die Mitteilungen. Das Mäppchen vermeiden, die Lehrkraft hat keinen Grund, hineinzuschauen.
Den Aufkleber im Lektions- oder Bewertungsheft doppelt anbringen, falls das Kind mehrere Hefte hat. Ein und derselbe QR-Code führt zum gleichen Profil: Auf Seiten der Familie muss nichts aktualisiert werden. Kommt eine Vertretungslehrkraft, ist der QR-Code schon da. Kommt ein Praktikant zur Hospitation, kann er scannen, ohne dass man ihn extra einweist.
Das ist keine medizinische Meldung. Es ist ein Kontext, den die Lehrkraft liest, wenn sie ihn braucht, ohne dass sich das Kind vor seinen Mitschülern bloßgestellt fühlt.
Vorformulierte Textvorlagen
Drei Vorlagen zum Übernehmen, Kürzen oder Anpassen mit eigenen Formulierungen. Sie decken die drei Rubriken ab, die Lehrkräfte zuerst öffnen: wer das Kind ist, wie man es unterstützt, was man nicht versuchen sollte. Versuchen Sie nicht, alles zu sagen, behalten Sie, was im Unterricht hilft.
Für die Rubrik „Vorstellung“
„Louis ist 6 Jahre alt, er ist in der 1. Klasse. Er hat eine visuell-räumliche Dyspraxie: Sein Gehirn kennt die Bewegung, aber die genaue Abfolge der Bewegungen zu planen, kostet ihn mehrfach mehr Aufwand als einen anderen Schüler. Er versteht mündlich Gesagtes schnell, er erzählt gerne Geschichten, er ist mittags müde.“
Für die Rubrik „Wie man helfen kann“
„Sie können: ihm mehr Platz zwischen zwei Zeilen lassen, die Aufgabenstellung laut vorlesen, während er sie schreibt, das Abschreiben stoppen, wenn die Seite zu einem Drittel gefüllt ist, mehr das würdigen, was er gedacht hat, als das, was er zu Papier gebracht hat. Die Fotokopie des Textes nach der Anstrengung schützt ihn.“
Für die Rubrik „Zu vermeiden“
„Zu vermeiden: ihn eine Seite wegen der Sauberkeit noch einmal machen lassen, sein Heft mit dem seines Sitznachbarn vergleichen, Punkte für die Form abziehen, wenn die Aufgabe eigentlich den Inhalt bewertet. Er macht bereits Ergotherapie, das löst nicht das Abschreiben im Unterricht.“
Von diesem Fall betroffene Besonderheiten
Dieser Fall geht von der entwicklungsbedingten Dyspraxie aus (Entwicklungsstörung der Koordination). Sie kann zusammen mit einer Dysgraphie oder einer Legasthenie auftreten, ohne dass sich die Logik der Nutzung ändert: Der QR-Code lässt die Lehrkraft die aktuelle Karteikarte lesen, ohne Besprechung und ohne Akte, die wieder hervorgeholt werden muss.
Ähnliche Fälle
Drei weitere Situationen, in denen der QR-Code dort platziert wird, wo die Lehrkraft jeden Tag hinschaut, ohne dass das Kind selbst aktiv werden muss.
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Drei Texte (Vorstellung, wie man hilft, was zu vermeiden ist), ein geteilter QR-Code. Beim Scannen liest Ihr Gegenüber das Wichtigste, in seiner eigenen Sprache.