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Anwendungsfaelle

Wenn Ihr autistischer Jugendlicher schweigt, versucht ein informierter Freund nicht, die Stille zu füllen

Eine Nachricht vor einer Party, und der Freund, der sie liest, weiß, dass das Schweigen Ihres autistischen Teenagers weder Schmollen noch Zurückweisung bedeutet. Er führt das Gespräch auf seine Weise weiter, ohne eine sofortige Antwort zu erwarten, und der Abend verläuft ohne das Unbehagen, das sonst auf ein missverstandenes Schweigen folgt.

Dieser Fall betrifft einen 16 Jahre alten autistischen Jugendlichen, der möchte, dass ein enger Freund vor einem Ausflug oder einer Party die richtigen Anhaltspunkte hat. Statt jedes Schweigen oder jede Absage als Zurückweisung der Freundschaft deuten zu lassen, teilt er selbst im Voraus ein paar Zeilen mit.

Der Moment, der zählt

Freitagabend, Wohnung eines Klassenkameraden, spontane Feier zu Lucas' sechzehntem Geburtstag. Nolan, 16 Jahre alt, ist zum ersten Mal zu so einer Party eingeladen, bei der die Musik laut bleibt und alle gleichzeitig reden. Nach einer Stunde zieht er sich in eine Ecke des Wohnzimmers zurück, antwortet nur einsilbig, schaut auf sein Handy. Für einen Freund, der ihn noch nicht gut kennt, wäre die naheliegende Reaktion, das Gespräch zu erzwingen oder sich beleidigt zu fühlen.

Doch Nolan hatte Lucas am Vortag eine Nachricht mit dem Link zu seinem Profil geschickt, mit den Worten: „falls es dich interessiert, das erklärt ein paar Dinge über mich". Lucas hat sie vor der Party gelesen. Er hat darin erfahren, dass Nolan autistisch ist, dass eine laute Umgebung seine Aufmerksamkeit schnell überlastet, und dass ein Schweigen seinerseits nicht bedeutet, dass er sich langweilt, sondern nur, dass er einen Moment Ruhe braucht.

Lucas erzwingt nichts. Er setzt sich einfach ein paar Minuten neben Nolan, ohne ein Gespräch zu verlangen, und geht dann zu den anderen zurück, wobei er ihm die Wahl lässt, später dazuzukommen. Was nicht stattfand: die Bemerkung „schmollst du oder was", das Gefühl für Nolan, den Abend verdorben zu haben, und am nächsten Tag das Gefühl, einen Freund weniger zu haben, weil ein Schweigen falsch gedeutet wurde.

  1. Sie schreiben es
  2. Der QR ist angebracht
  3. Der Leser scannt
  4. Verstanden, ohne erneut zu erklären

Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird

Unter Freunden hat der QR-Code nichts Offizielles vorzuweisen: Er dient nur dazu, einen Anhaltspunkt zu setzen, bevor Schweigen oder eine Absage falsch gedeutet wird. Der richtige Moment ist vor der Party, nicht mitten im Unbehagen.

  • Nachricht über soziale Netzwerke oder per SMS an den Freund am Vorabend eines Ausflugs, damit er sie in Ruhe lesen kann.
  • Karte in der Tasche oder der Hosentasche, die bei Bedarf während der Party selbst gezeigt werden kann.
  • Aufkleber auf dem Kalender oder dem Etui, gedruckt von einem A4-Etikettenbogen (Standardmodell), als Anhaltspunkt, falls der Jugendliche lieber nicht laut darüber sprechen möchte.
  • Link, der per Privatnachricht geteilt wird, an den Freund, der ihn braucht, ohne dass die ganze Gruppe informiert wird.

Die Regel hier: Der ausgewählte Freund erhält die Information, nicht die ganze Gruppe. Der QR-Code bleibt ein diskretes Hilfsmittel zwischen zwei Personen, die sich vertrauen.

Vorformulierte Textvorlagen

Drei Vorlagen, die Sie an Ihre Situation anpassen können. Sie zeigen, was ein enger Freund zuerst erfährt: was sich durch den Autismus im Alltag verändert, was wirklich hilft, und was unangenehm ist. Ausgangspunkte, keine Sätze zum wörtlichen Abschreiben.

Für den Bereich „Vorstellung"

„Ich heiße [Vorname], ich bin [Alter] Jahre alt. Ich bin autistisch: Lärm und Trubel ermüden mich schneller als andere, und manchmal schweige ich eine Weile, um wieder Kraft zu sammeln. Ein Schweigen von mir bedeutet nichts Schlimmes, nur dass ich ein paar Minuten brauche, bevor es weitergeht."

Für den Bereich „Wie man helfen kann"

„Sie können: mir einen Moment Ruhe lassen, ohne mit mir zu sprechen, wenn ich mich zurückziehe, mir vorschlagen, kurz an die frische Luft zu gehen, wenn der Lärm zu stark wird, mich weiterhin einbeziehen, ohne eine Antwort zu erzwingen, und mich im Voraus informieren, wenn sich das Programm ändert."

Für den Bereich „Was zu vermeiden ist"

„Zu vermeiden: darauf bestehen, dass ich spreche, wenn ich mich zurückgezogen habe, mein Schweigen als Schmollen auffassen, mich zwingen, in einem zu lauten Raum zu bleiben, oder anderen von meiner Arbeitsweise erzählen, ohne mich vorher zu fragen."

Für diesen Fall relevante Besonderheiten

Dieser Fall betrifft Autismus, der die Wahrnehmung von Lärm, die soziale Erschöpfung und das Bedürfnis nach Rückzug beeinflusst. Unter Freunden zeigt sich das oft durch Schweigen oder Pausen, die nichts mit fehlendem Interesse an der Beziehung zu tun haben. Die verlinkte Seite erklärt im Detail, was Autismus umfasst, und was im Alltag hilft.

Ähnliche Fälle

Weitere Momente des sozialen Lebens, bei denen eine an den richtigen Freund weitergegebene Nachricht, bevor sich das Schweigen einstellt, ein Missverständnis vermeidet, das eine Freundschaft ohne Grund belastet.