Kind mit ADHS im Freizeitzentrum, 8 Jahre
Ein Kind mit ADHS im Freizeitzentrum, das bedeutet fünfundzwanzig Aktivitäten pro Tag, zehn Übergänge, zwei Mahlzeiten und drei ruhige Momente, die ohne Ausraster gestaltet werden müssen. Die Betreuerin, die am Montag den Empfang öffnet, kennt das Kind nicht, die Lehrkraft der Woche wird nicht da sein. Ein am Empfang übergebenes Blatt, ein Scan vor dem ersten Workshop: das ADHS ist eingeordnet, der Tag kann beginnen.
Dieser Fall betrifft Kinder mit ADHS, die in einem städtischen oder vereinsgetragenen Freizeitzentrum angemeldet sind, oft während der Schulferien, mit einem Betreuungsteam, das von Woche zu Woche wechselt.
Der erlebte Moment
Montagmorgen in den Allerheiligenferien, städtisches Freizeitzentrum. Die Leiterin öffnet den Empfang. Ein Vater kommt mit seinem 8-jährigen Sohn Nolan. Er reicht die Kantinenkarte, füllt das Anmeldeformular für den Tag aus. Nolan steht schon auf dem Drehstuhl, dreht sich, schaut auf das von der Decke hängende Mobile, steigt herunter, läuft zum Plakat.
Die Leiterin seufzt innerlich. Sie weiß, dass sie ihn den ganzen Vormittag im Blick behalten muss. Der Vater legt dem Formular ein vorausgefülltes A5-Blatt bei: ‚Bevor Sie anfangen, nehmen Sie sich dreißig Sekunden Zeit, das zu lesen.' Sie scannt. Sie erfährt, dass Nolan ADHS hat, dass er 25 Minuten strukturierte Aktivität gut durchhält, dass er bei unstrukturierten Wartezeiten an seine Grenzen kommt, dass er Wettbewerbsspiele hasst (Frustration), dass er Bewegungsaktivitäten und Projekte mit sichtbaren Schritten mag.
Sie plant ihren Tag im Kopf um. Das große Spiel um 10:30 Uhr (ein kompetitives Schnelligkeitsspiel) ist ungünstig für Nolan: sie ersetzt es für ihn durch einen dreistufigen Workshop zur Herstellung von Halloween-Masken, an einem separaten Tisch. Das Mittagessen wird er mit ihr am ruhigen Tisch einnehmen.
- Sie schreiben es
- Der QR ist angebracht
- Der Leser scannt
- Verstanden, ohne erneut zu erklären
Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird
Vom Elternteil ausgedrucktes A5-Blatt, dem Anmeldeformular des Tages beim Empfang beigelegt. Das ist das stabilste Element in einem Freizeitzentrum, in dem das Personal wechselt: jede Betreuungsperson oder Verantwortliche des Tages nimmt das Formular entgegen. Den QR-Code zusätzlich als Aufkleber auf der Innenseite des Federmäppchens des Kindes anbringen.
Zusätzlich im Tagesfach mit den persönlichen Sachen, in einer mit der Regenjacke aufbewahrten Kartenhülle. Für Ausflüge (Schwimmbad, Wald) begleitet die Karte den Rucksack des Kindes als am Reißverschluss befestigtes Schild.
Zu vermeiden: E-Mails, die vorab an das Zentrum geschickt werden, sie werden von der Leitung gelesen und nicht im Team geteilt. Zu vermeiden: Ausweise um den Hals, sie gehen in der ersten halben Stunde verloren oder werden von anderen Kindern genommen.
Für Sportcamps ermöglicht eine Verdopplung des QR-Codes auf dem (oft papierbasierten) Anmeldeformular der Sportlehrkraft, vor dem ersten Aufwärmen zu scannen.
Vorformulierte Textvorlagen
Die drei folgenden Vorlagen werden vom Elternteil geschrieben. Der Ton bleibt sachlich, mit praktischen Beobachtungen, die eine Betreuungsperson sofort vor Ort anwenden kann.
Für den Abschnitt „Vorstellung"
„Nolan ist 8 Jahre alt und geht in die 3. Klasse. ADHS, Mischtyp, diagnostiziert im Alter von 6 Jahren. Er hält gut 25 Minuten strukturierte Aktivität durch, er bastelt, rennt und zeichnet gerne. Was ihn schnell ermüdet: Wettbewerbsspiele mit Zeitdruck, lange Wartezeiten ohne klare Struktur, mündliche Anweisungen mit mehreren Schritten, die nicht schriftlich festgehalten sind."
Für den Abschnitt „Wie man helfen kann"
„Sie können: ihm in ruhigen Momenten eine nützliche Aufgabe geben (den Tisch decken, Blätter verteilen), ihn mit einem ruhigen Partner zusammenbringen, eine Anweisung in drei sichtbare Schritte aufteilen, ihn 3 Minuten vor Übergängen ankündigen, ihn an einen separaten Tisch setzen, wenn der Raum unruhig ist, ihn 5 Minuten laufen lassen, wenn er anfängt, auf seinem Bleistift herumzukauen."
Für den Abschnitt „Was vermieden werden sollte"
„Zu vermeiden: Wettbewerbsspiele mit Zeitdruck in der Gruppe (Frustration), das Wegstellen in die Ecke bei Unruhe (er braucht Bewegung), das Streichen der Zwischenmahlzeit als Strafe, lange moralisierende Ansprachen (er schaltet nach dem dritten Satz ab), öffentliche Demütigung vor den anderen Kindern (er wird es Ihnen zurückzahlen)."
Besonderheiten, die diesen Fall betreffen
Dieser Fall geht vom ADHS-Mischtyp im Freizeitzentrum aus. Er betrifft auch ADS ohne Hyperaktivität (schwankende Aufmerksamkeit, weniger sichtbar, aber für das Kind ebenso ermüdend) sowie Kinder mit Dyspraxie, deren Unruhe motorisch, aber nicht aufmerksamkeitsbezogen ist.
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Drei weitere Fälle, in denen der QR-Code das Verwaltungsformular des Zentrums durch eine konkrete Gebrauchsanleitung ersetzt, die bereits beim ersten Empfang genutzt werden kann.
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