Kind mit Gehörlosigkeit im Sportverein, 9 Jahre
Ein gehörloses Kind mit Hörgeräten in einem gewöhnlichen Sportverein (Fußball, Judo, Tanz) folgt der mündlichen Anweisung des Trainers verzögert oder gar nicht. Es beobachtet, was die anderen tun, ahmt nach, verpasst den Beginn der Übung. Eine Karte, die dem Trainer bei der Anmeldung übergeben wird, ein Scan vor dem ersten Aufwärmen: Die Anweisungen werden sichtbar, die technischen Bewegungen werden zusätzlich zum Sagen auch gezeigt.
Dieser Fall betrifft gehörlose oder hochgradig hörgeschädigte Kinder, mit oder ohne Cochlea-Implantate oder Hörgeräte, die in einem gewöhnlichen Verein Sport treiben.
Die erlebte Situation
Judo-Saal, erste Stunde der Saison. Der Trainer stellt die Kinder auf der weißen Linie auf. „Wir beginnen mit einer Runde über das Tatami, die Beine in der Luft." Dreiundzwanzig Kinder laufen los. Eines bleibt auf der Linie stehen und schaut auf seine Füße. Der Trainer glaubt, es habe nicht gehört, und hebt die Stimme: „Los, lauf!" Das Kind bewegt sich nicht. Der Trainer wird ungeduldig.
Der Vater kommt verspätet und reicht dem Trainer eine Karte: „Bevor Sie ihn schimpfen, lohnt sich ein Blick darauf." Der Trainer scannt, während die anderen ihre Runde beenden. Er erfährt, dass Marius von Geburt an hochgradig schwerhörig ist, dass er Hörgeräte trägt, diese aber den Lärm in einem Dojo (Nachhall) schlecht erfassen, dass man ihm von Angesicht zu Angesicht sprechen und jede Übung zeigen muss, dass er von den Lippen liest, wenn das Licht gut ist.
Der Trainer wendet sich Marius wieder zu, zeigt mit dem Finger auf das Tatami, macht die Laufbewegung, zeigt auf ein laufendes Kind, dann auf sich selbst und hebt den Daumen. Marius läuft los. Er absolviert seine Runde. Er kommt lächelnd zurück.
- Sie schreiben es
- Der QR ist angebracht
- Der Leser scannt
- Verstanden, ohne erneut zu erklären
Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird
Eine Karte im Postkartenformat wird dem Trainer bei der Anmeldung übergeben, mit dem Vermerk „für das Team, das ihn begleitet". Die Karte bleibt im Ordner des Vereins, bei der Anmeldeakte des Kindes. Zusätzlich in der Außentasche der Sporttasche, als Sticker.
Sticker auf der Sportkleidung oder dem Kimono vermeiden: Sie stören, sind für die anderen Kinder sichtbar (mögliche Hänseleien) und nutzen sich beim Waschen ab. Ketten mit QR-Code während der Aktivität vermeiden (gefährlich bei Judo, Fußball, Turnen).
Bei Lehrgängen oder Turnieren, bei denen der übliche Trainer nicht anwesend ist, ermöglicht der Sticker auf der Sporttasche der Vertretung, im Saal zu scannen. Bei Wettkämpfen kann eine Kopie des QR-Codes in den Sportausweis eingelegt werden, der der Veranstaltung übergeben wird.
Ebenfalls zu bedenken: Die Karte kann einen sichtbaren Satz ohne Scan enthalten („Marius ist gehörlos, sprechen Sie ihn von vorne an"), für Notfälle, in denen keine Zeit zum Scannen bleibt.
Vorformulierte Textvorlagen
Die drei folgenden Vorlagen werden von den Eltern geschrieben. Der Wortlaut verbindet praktische Beobachtungen mit minimalen technischen Hinweisen (Positionierung, Abstand, Beleuchtung), die dem Trainer helfen, sein Verhalten anzupassen.
Für den Abschnitt „Vorstellung"
„Marius, 9 Jahre alt, macht seit 2 Jahren Judo. Von Geburt an hochgradig schwerhörig, seit 2019 mit Hörgeräten an beiden Ohren versorgt (Phonak BTE-Geräte). Er hört etwas Sprache von Angesicht zu Angesicht in einer ruhigen Umgebung, das Stimmengewirr eines Dojos erfasst er nicht. Er liest von den Lippen auf Französisch. Familiäre Kommunikation mit lautsprachbegleitenden Gebärden (LPC, französisches Lautsprachsystem)."
Für den Abschnitt „Wie man helfen kann"
„Sie können: sich für jede wichtige Anweisung ihm gegenüber positionieren, die technische Bewegung zeigen, bevor Sie sie ansagen, ihn mit einem Partner zusammenbringen, der sie visuell wiederholt, Ihr Gesicht gut beleuchtet halten (nicht im Gegenlicht), komplexe Abläufe an die Tafel schreiben, ihm 3 Sekunden zum Verstehen lassen, bevor Sie umformulieren."
Für den Abschnitt „Was vermieden werden sollte"
„Zu vermeiden: die Stimme heben (das ändert nichts), ihm von hinten oder im Gehen etwas sagen, ihn quer durch den Saal ansprechen, während der Anweisungen Hip-Hop im Hintergrund laufen lassen, ihn hinten in der Gruppe platzieren, sagen „er ist unaufmerksam" (er hört Sie nicht), ihn mit seinen hörenden Kameraden bezüglich der Ausführungsgeschwindigkeit vergleichen."
Besonderheiten, die diesen Fall betreffen
Dieser Fall geht von einer beidseitigen hochgradigen Schwerhörigkeit mit Hörgeräten aus. Er betrifft auch mittelgradige Schwerhörigkeit ohne Hörgeräte, Cochlea-Implantate (beidseitig oder einseitig) sowie zentrale Hörverarbeitungsstörungen (die Person hört körperlich, verarbeitet komplexe Klänge aber schlecht).
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Drei Texte (Vorstellung, wie man hilft, was zu vermeiden ist), ein geteilter QR-Code. Beim Scannen liest Ihr Gegenüber das Wichtigste, in seiner eigenen Sprache.