Der Personalabteilung einmal mitteilen, was die soziale Angst für Sie bedeutet, statt jede Anpassung neu erklären zu müssen
Eine Unterlage, die der Personalabteilung übergeben wird, und ein QR-Code zum Öffnen. Die Person, die ihn aufruft, versteht, warum spontane Besprechungen und Wortmeldungen in der Gruppe so viel Kraft kosten, und was im Alltag wirklich hilft. Die Anpassungen werden auf dieser Grundlage besprochen, nicht erst nach einer unangenehmen Aussprache.
Dieser Fall betrifft eine 28-jährige erwachsene Person, die mit einer sozialen Angst lebt und in einer neuen Stelle arbeitet. Sie möchte, dass ihre Führungskraft und die Personalabteilung die richtigen Anhaltspunkte haben, ohne ihre Art zu funktionieren laut vor dem Team darlegen zu müssen.
Der Moment, auf den es ankommt
Eine E-Mail mit zehn Personen im Kopie-Feld zu beantworten, kostet drei Entwürfe und ein flaues Gefühl im Magen. Marwa, 28 Jahre, wurde gerade eingestellt. Auf dem Papier läuft alles gut, doch jede Teambesprechung kostet sie eine schlaflose Nacht, vor der Gruppe das Wort zu ergreifen schnürt ihr die Kehle zu, und ein spontanes gemeinsames Mittagessen kann ihren ganzen Vormittag verderben. Sie weiß, dass sie leistungsfähig ist, wenn man sie sich vorbereiten lässt und sie nicht öffentlich in die Enge treibt. Es bleibt, das zu sagen, ohne als jemand zu gelten, der sich entzieht.
Beim Einarbeitungsgespräch übergibt sie der HR-Ansprechpartnerin eine Unterlage, in die sie eine Karte mit ihrem QR-Code gelegt hat. Die Ansprechpartnerin öffnet ihn noch am selben Abend. In wenigen Zeilen liest sie, was Marwa selbst geschrieben hat: eine soziale Angst, die nichts mit fehlender Lust oder Kompetenz zu tun hat, und was ihr konkret hilft, vor einer mündlichen Aufforderung Bescheid zu bekommen, heikle Punkte schriftlich zu klären, ihre Abwesenheit bei informellen Anlässen nicht kommentiert zu sehen. Die Personalabteilung gibt das Wesentliche an die Führungskraft weiter. Der Antrag auf Anpassung kommt voran, ohne eine Besprechung, in der Marwa alles vor Zeugen hätte ausbreiten müssen.
Keine Argumentation, die bei jeder neuen Aufforderung wiederholt werden muss, kein fragender Blick, wenn sie ein Feierabendtreffen absagt, kein Ruf einer distanzierten Kollegin, der sich festsetzt, noch bevor man sie kennt. Marwa hat den Rahmen einmal gesetzt, schriftlich, und ihre Arbeit spricht für den Rest.
- Sie schreiben es
- Der QR ist angebracht
- Der Leser scannt
- Verstanden, ohne erneut zu erklären
Wo der QR-Code in diesem Fall platziert wird
In einem beruflichen Umfeld hängt der QR-Code nicht an einem für alle sichtbaren Arbeitsplatz. Er bewegt sich über die HR-Kanäle und bleibt für die Personen zugänglich, die über die Anpassungen entscheiden, genau dann, wenn sie ihn brauchen.
- Karte, die in die HR-Unterlage gelegt wird, die beim Einarbeitungsgespräch oder bei einem Termin mit der für Behinderung zuständigen Person übergeben wird.
- Link in einer Direktnachricht an die Führungskraft, geteilt vor einer Phase mit vielen Besprechungen oder Dienstreisen.
- Unauffälliges Etikett auf dem Arbeitskalender, gedruckt von einem A4-Bogen mit Etiketten (Standardvorlage), für einen selbst behalten.
- Link in der Signatur der internen E-Mail, den jede angesprochene Person in ihrem eigenen Tempo öffnen kann, ohne weiteren Schritt.
Die Regel hier: Die betroffene Person entscheidet selbst, wem sie ihren Steckbrief öffnet. Der QR-Code bietet eine Erklärung an, er gibt dem Rest des Großraumbüros nichts preis.
Vorgeschriebene Textvorlagen
Drei Gerüste, die Sie an Ihre Situation anpassen. Sie eröffnen die Rubriken, die eine berufliche Ansprechperson zuerst liest: wer Sie bei der Arbeit sind, was Ihnen hilft und was die Anspannung verschärft. Ausgangspunkte, keine Sätze zum wörtlichen Abschreiben.
Für die Rubrik „Vorstellung“
„Ich heiße [Vorname], ich arbeite als [Position]. Ich habe eine soziale Angst: Situationen in der Gruppe und spontane Wortmeldungen kosten mich viel Kraft, selbst wenn ich das Thema vollkommen beherrsche. Das ist weder Kühle noch fehlendes Engagement. Mit etwas Vorlauf erfülle ich meine Rolle voll und ganz.“
Für die Rubrik „Wie helfen“
„Sie können: mich vorwarnen, bevor Sie mich in einer Besprechung ansprechen, für heikle Themen die schriftliche Form oder ein Gespräch in kleinem Kreis bevorzugen, mir eine Tagesordnung im Voraus übermitteln, vermeiden, mich ohne Vorwarnung in den Vordergrund zu stellen, und eine Absage bei einer Gruppenveranstaltung als Bedürfnis verstehen, nicht als Desinteresse.“
Für die Rubrik „Zu vermeiden“
„Zu vermeiden: mich unangekündigt vor der Gruppe ansprechen, mein Schweigen oder meine Abwesenheit bei informellen Anlässen kommentieren, meine Zurückhaltung als Arroganz deuten, mündliche Anfragen in letzter Minute häufen, meine Anwesenheit bei Feierabendtreffen zum Test für die Integration machen.“
Von diesem Fall betroffene Besonderheiten
Dieser Fall betrifft eine Angstbesonderheit, hier rund um soziale und berufliche Situationen. Soziale Angst ist nicht sichtbar und wird leicht mit Distanz oder fehlender Motivation verwechselt. Die Seite unten erläutert, was dabei geschieht, und welche Unterstützung den Arbeitsalltag verändert.
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