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Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom äußert sich durch Tics, unwillkürliche Bewegungen oder Laute, die auftauchen, ohne dass man sie wirklich zurückhalten kann. Diese Tics verändern sich im Laufe der Zeit: sie wechseln die Form, verstärken sich in bestimmten Phasen und schwächen sich in anderen ab.

Im Gegensatz zu dem in Filmen vermittelten Bild sind unwillkürliche Beschimpfungen selten und betreffen nur einen kleinen Teil der Personen. Meist handelt es sich um Blinzeln, Räuspern, Kopf- oder Schulterbewegungen.

Kurz vor einem Tic beschreiben viele Personen eine Empfindung, die aufsteigt, wie ein inneres Jucken oder den Drang zu niesen: eine Anspannung, die wächst, solange die Bewegung nicht erfolgt ist. Den Tic auszuführen erleichtert für ein paar Sekunden, dann kehrt die Anspannung zurück.

Man kann einen Tic eine Weile unterdrücken, in einer Besprechung oder im Unterricht, aber diese Anstrengung erschöpft, und die Entladung ist danach umso stärker. Jemanden aufzufordern, "mit seinen Tics aufzuhören", ist, als verlangte man von ihm, den ganzen Tag nicht zu blinzeln.

Jenseits des Klischees

Das Tourette-Syndrom wird oft auf eine Karikatur reduziert, während die häufigsten Tics unauffällig sind. Sie gehen häufig mit einer großen Empfindlichkeit gegenüber Stress, Müdigkeit und dem Blick der anderen einher: je mehr die Aufmerksamkeit auf die Tics gerichtet ist, desto eher nehmen sie zu. Viele betroffene Personen sind im Übrigen kreativ, lebhaft und voller Humor.

Was hilft

  • die Tics nicht kommentieren oder nachahmen, nicht verlangen, sie zu unterdrücken,
  • unauffällige Pausen erlauben, um die angesammelte Anspannung zu lösen,
  • Stress und Leistungsdruck verringern, die die Tics verstärken,
  • in Phasen intensiver Tics einen leichten Ausgang ermöglichen.

Mögliche Anpassungen

Je nach Alter und Intensität der Tics sind mehrere Stützen möglich:

  • In der Schule: Begleitplan (PAP, individueller Begleitplan) oder Projekt (PPS, individueller Beschulungsplan), Zeitverlängerung, Möglichkeit, den Klassenraum zu verlassen, Prüfungen in ruhiger Umgebung.
  • Am Arbeitsplatz: RQTH (Anerkennung als behinderter Arbeitnehmer, über die MDPH) für einen ruhigen Arbeitsplatz, flexible Arbeitszeiten oder einen Erholungsraum.
  • Im Alltag: wenig stressige Umgebungen, regelmäßiger Schlaf, ein Umfeld, das sich nicht auf die Tics fixiert.

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Tourette-Syndrom erklärt für Kind

0–12 Jahre

Das Tourette-Syndrom ist, als würde der Körper ganz von allein Bewegungen oder Geräusche machen, ohne dass man es entschieden hat.

Stell dir vor, dein Körper hat manchmal so etwas wie einen "Schluckauf": schnell mit den Augen blinzeln, Grimassen schneiden, den Kopf bewegen oder kleine seltsame Geräusche machen. Das kommt in Wellen, wie die Wellen am Strand, und die Person kann sie nicht wirklich stoppen, es ist wie der Versuch, ein Niesen zu verhindern!

  • Diese Bewegungen oder Geräusche können sich mehrmals pro Minute wiederholen
  • Sie ändern sich, je nachdem, ob man gestresst, müde oder aufgeregt ist
  • Die Person macht sie nicht absichtlich, sie wählt sie nicht

Diese Tics zurückzuhalten ist sehr anstrengend. Es ist, als würdest du versuchen, lange ganz still zu bleiben: am Ende ist es zu schwer, und du musst dich bewegen!

Konkrete Fälle: Tourette-Syndrom

Anwendungsfall

Erwachsener mit Tourette-Syndrom, 32 Jahre
Träger selbst → Kundengesprächspartner, Kollegen
Verbale oder motorische Tics werden ohne Unbehagen oder negative Deutung schon zu Beginn eines Termins verstanden.

Ort des QR: Karte, bei einem Kundentermin auf den Tisch gelegt

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Verständlich machen

Mit das Tourette-Syndrom leben: der Kontext gesetzt, das Gespräch befreit.

Sie verfassen Ihr Profil ein einziges Mal. Bei jedem Schuljahresbeginn, jedem neuen Team, jeder neuen behandelnden Person teilen Sie den QR, ohne alles von vorn aufrollen zu müssen. Das Gespräch geht weiter, es startet nur von einem anderen Punkt.

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