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Friseur, Zahnarzt, Ärztin, einen Termin vorbereiten, wenn die Reizüberempfindlichkeit dazukommt

Drei Termine, bei denen erzwungener Kontakt, Lärm und Wartezeit in wenigen Minuten überlasten. Wie man sie im Voraus vorbereitet, sowohl seitens der Familie als auch seitens der behandelnden Person.

Drei Termine, drei sensorische Herausforderungen

Der Friseur, der Zahnarzt und der Arzt sind drei Termine, bei denen sensorische Überempfindlichkeit im ungünstigsten Moment ins Spiel kommt: schrille Geräusche, körpernahe Handgriffe, langes Warten in einem unbekannten Raum. Diese Momente vorzubereiten erfordert zwei Schritte. Einen Schritt aufseiten der Familie oder der betroffenen Person, um vorauszuplanen. Einen Schritt aufseiten der Fachkraft, um die Praxis anzupassen, ohne ein Ereignis daraus zu machen.

Warum diese drei Termine die Schwierigkeiten bündeln

Diese drei Termine teilen vier sensorisch heikle Merkmale:

  • aufgezwungener Körperkontakt ohne vollständige Kontrolle der Person
  • schrille oder anhaltende Geräusche (Föhn, Zahnbohrer, Instrumente)
  • erzwungene Haltung sitzend, liegend, Kopf still
  • Warten in einem Raum, der oft visuell und akustisch gesättigt ist

Fügen Sie die Vorstellung hinzu, dass man höflich bleiben muss gegenüber einer fremden Person, die einen berührt, und die Toleranzschwelle bricht schnell ein, beim Kind wie bei der erwachsenen betroffenen Person.

Beim Friseur

Der Friseurtermin ist oft der am meisten gefürchtete:

  • einen ersten kurzen Termin bevorzugen, um sich kennenzulernen, auch ohne Schnitt
  • darum bitten, den Föhn nicht zu benutzen oder ihn durch ein Handtuch zu ersetzen
  • lärmdämpfende Kopfhörer und einen Gegenstand zum Festhalten mitbringen
  • einen ruhigen Termin am Vormittag einplanen statt eines Samstagnachmittags

Beim Zahnarzt

Der Zahnarzttermin bündelt mögliche Schmerzen, Lärm und langes Offenhalten des Mundes:

  • einen ersten Gewöhnungstermin ohne Behandlung einplanen, nur um sich in den Stuhl zu setzen und die Instrumente zu sehen
  • die Fachkraft bitten, jeden Handgriff anzukündigen, bevor sie ihn ausführt
  • ein Stoppsignal vereinbaren (Hand heben), um die Kontrolle zurückzugewinnen
  • sich über Praxen erkundigen, die geschult sind im Umgang mit neurodivergenten Patientinnen und Patienten

Beim Hausarzt

Der Termin beim Hausarzt ist kürzer, häuft aber Warten, körperliche Untersuchung und schnelles Gespräch an:

  • einen Termin im ersten Zeitfenster des Tages nehmen, um langes Warten und ein volles Wartezimmer zu vermeiden
  • die sensorische Besonderheit vorab telefonisch am Empfang melden
  • eine schriftliche Liste der Symptome vorbereiten, um nichts unter Druck zu vergessen
  • darum bitten, dass die Fragen einzeln gestellt werden, nicht in Reihe

Bei Erstkontakt-Terminen (Vertretungsarzt, Notaufnahme, Reise) braucht das Erklären der Arbeitsweise vor der Untersuchung Zeit, die man nicht immer hat. Manche Familien und erwachsene Betroffene bereiten ein myHandiQR-Profil vor, das die Fachkraft bei der Ankunft scannt, um das Wesentliche in wenigen Sekunden zu haben.

Die Fachkraft im Vorfeld briefen, wenn es möglich ist

Je stärker der Termin geplant ist, desto wirksamer ist das Briefing vorab. Einige nützliche Wege:

  • mit dem Empfang telefonieren statt mit der Fachkraft zu Beginn der Sitzung
  • beim ersten Besuch eine einseitige Notiz hinterlegen mit den Auslösern und dem, was beruhigt
  • einen ersten Termin ohne Behandlung erbitten, um die Praxis entspannt kennenzulernen
  • eine Referenznummer hinterlassen, die anzurufen ist, falls eine Krise auftritt (Elternteil, Angehörige, Partner)

Zum Mitnehmen

  • Vier gemeinsame Merkmale: aufgezwungener Kontakt, schriller Lärm, erzwungene Haltung, Warten. Das sind die Hebel, die zu entschärfen sind.
  • Lärmdämpfende Kopfhörer in der Tasche ändern vieles, auch beim Friseur oder im Wartezimmer.
  • Ein erster Gewöhnungstermin ohne Behandlung sichert die folgenden Besuche ab, besonders beim Zahnarzt.
  • Den Empfang telefonisch briefen ist wirksamer, als der Fachkraft im Moment zu erklären.
  • Ein vereinbartes Stoppsignal gibt die Kontrolle zurück, wenn die erzwungene Haltung unerträglich wird.
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