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Anwendungsfaelle

Schüler mit kontrollierter Epilepsie, 7 Jahre

Ein Kind mit Epilepsie unter stabiler Behandlung hat während der Schulzeit vielleicht keinen einzigen Anfall. Vielleicht drei. Die AESH-Kraft muss wissen, wie sie sich verhalten muss, ohne im Panikmoment nach einem Protokoll suchen zu müssen. Ein Notfallblatt im Ordner, ein QR-Code auf der Rückseite: Verhaltensregeln in acht Zeilen, zu wählende Nummern, zu vermeidende Handgriffe.

Dieser Fall betrifft Kinder mit diagnostizierter Epilepsie unter Behandlung, die in der Regelschule beschult werden, mit oder ohne AESH-Begleitung (schulische Assistenzkraft für Schüler mit Behinderung, in Frankreich), mit bestehendem PAI (Individueller Aufnahmeplan für gesundheitliche Bedürfnisse, in Frankreich).

Der erlebte Moment

Kantine, Donnerstagmittag. Léna, 7 Jahre alt, isst am Tisch der Erstklässler. Die AESH-Kraft sitzt daneben. Léna legt ihre Gabel ab, sie blickt sieben oder acht Sekunden lang ins Leere. Ihr Kopf neigt sich leicht nach rechts. Ihr rechter Arm verkrampft sich. Die AESH-Kraft legt ihre Hand auf Lénas Tisch, um die vorbeigehende Aufsichtsperson lautlos darauf hinzuweisen.

Der Anfall dauert vierzig Sekunden. Die AESH-Kraft notiert die Uhrzeit auf ihrem Handrücken (13:02 Uhr, 40 Sekunden, Abwesenheit plus Verkrampfung des rechten Arms). Sie holt die laminierte Karte aus dem AESH-Ordner, die sie immer bei sich trägt, und scannt den QR-Code, um sich des Protokolls sicher zu sein. Sie prüft: keine stabile Seitenlage (das Kind sitzt, der Anfall ist kurz), die Eltern anrufen, wenn der Anfall länger als 3 Minuten dauert oder sich innerhalb von 30 Minuten wiederholt, den Notruf (SAMU, französischer medizinischer Notdienst) verständigen bei anhaltendem Bewusstseinsverlust.

Um 13:04 Uhr kommt Léna wieder zu sich. Sie ist müde, aber bei Bewusstsein. Sie bittet um Wasser. Die AESH-Kraft schickt der Mutter eine SMS mit dem 6-zeiligen Bericht, den sie in der vergangenen Woche gemeinsam mit ihr vorbereitet hatte.

  1. Sie schreiben es
  2. Der QR ist angebracht
  3. Der Leser scannt
  4. Verstanden, ohne erneut zu erklären

Wo der QR-Code in diesem Fall platziert wird

Eine laminierte Karte im Postkartenformat, die die AESH-Kraft in ihrem Ordner aufbewahrt (durchsichtiges Fach), mit dem QR-Code auf der Rückseite und dem Notfallhinweis in Klarschrift auf der Vorderseite: Name des Kindes, üblicher Anfallstyp, durchschnittliche Dauer, Alarmschwelle für den Notruf, Kontaktdaten der Eltern.

Zusätzlich im Klassenheft, das am Kleiderhaken des Kindes hängt, im Wäschebeutel zum Wechseln und im Krankenzimmer der Schule anbringen. Bei einem Schulausflug begleitet die Karte die Tasche der Lehrerin in einer durchsichtigen Kartenhülle.

Das Abzeichen um den Hals vermeiden: sperrig, wird vergessen, vom Kind abgenommen. Die Brieftasche der Eltern vermeiden: Sie sind nicht vor Ort, wenn der Anfall auftritt.

Der QR-Code liefert hier die Detailebene (vollständiges Protokoll, Anfallshistorie, medikamentöse Gegenanzeigen). Die Vorderseite bleibt auch ohne Scan lesbar, für das sofortige Handeln. Diese Redundanz spart Zeit.

Vorgefertigte Textvorlagen

Die drei folgenden Vorlagen sind aus der Perspektive der Eltern geschrieben, wenn möglich vom Neurologen bestätigt. Medizinischer Wortschatz kommt darin vor, ist aber stets von einer konkreten Handlung begleitet.

Für den Bereich „Vorstellung“

„Léna ist 7 Jahre alt und geht in die 2. Klasse (CE1, zweites Grundschuljahr in Frankreich). Sie hat eine generalisierte Epilepsie, diagnostiziert mit 4 Jahren, unter täglicher Behandlung (Depakine). Ihr letzter Anfall liegt 8 Monate zurück. Ihre typischen Anfälle: Absencen von 30 bis 60 Sekunden, manchmal mit Verkrampfung des rechten Arms. Sie kommt von selbst wieder zu sich, ohne anhaltende Verwirrtheit.“

Für den Bereich „Wie man helfen kann“

„Sie können: den Anfall stoppuhrmäßig erfassen, sie in die stabile Seitenlage bringen, falls sie liegt und bewusstlos ist, ihren Kopf schützen, die Eltern anrufen. Nach dem Anfall: ihr 15 bis 20 Minuten ruhige Erholung lassen, ihr Wasser anbieten, sie 5 Minuten lang nicht ansprechen.“

Für den Bereich „Was zu vermeiden ist“

„Zu vermeiden: ihr einen Gegenstand in den Mund stecken (garantiertes Verschlucken), sie während des Anfalls mit Gewalt festhalten, sie am Ende grob behandeln oder laut ansprechen, die Uhrzeit und Dauer nicht notieren, vergessen, uns zu benachrichtigen, selbst wenn der Anfall kurz war. Jeder Anfall ist für uns beim Arztbesuch wichtig.“

Für diesen Fall relevante Besonderheiten

Dieser Fall geht von der generalisierten Epilepsie unter Behandlung aus. Er betrifft auch fokale Epilepsien (fokale Anfälle) und das West-Syndrom bei sehr jungen Kindern, mit unterschiedlichen Protokollen, die das Profil hinter dem QR-Code jeweils im Einzelfall beschreibt.

Ähnliche Fälle

Drei weitere Fälle, in denen der QR-Code einen offiziellen PAI (Individueller Aufnahmeplan für gesundheitliche Bedürfnisse, in Frankreich) durch eine in zehn Sekunden abrufbare, handlungsorientierte Erinnerung ergänzt.

Erklären Sie es oft?

Sie müssen es nicht mehr jeder neuen Person erzählen.

Drei Texte (Vorstellung, wie man hilft, was zu vermeiden ist), ein geteilter QR-Code. Beim Scannen liest Ihr Gegenüber das Wichtigste, in seiner eigenen Sprache.