Eine Nachricht vor dem ersten Arbeitstag senden, damit sich das Team ab der Ankunft schriftlich an Sie wendet
Eine Nachricht im Willkommenskanal vor dem ersten Arbeitstag, und das Team weiß von Anfang an, dass Schreiben besser ist als eine spontane Ansprache auf dem Flur. Niemand muss raten, warum spontane Kaffeepausen vermieden werden: Die Präferenz ist schon vor dem ersten Händedruck klar.
Dieser Fall betrifft eine 30 Jahre alte autistische Person, die eine neue Stelle antritt. Sie möchte, dass die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen vor dem Start eine schriftliche Orientierung haben, statt erst nach und nach zu entdecken, warum Blickkontakt oder überraschende Ansprachen schwerfallen.
Der Moment, der zählt
Montag, 9 Uhr, Empfangsbereich einer Designagentur in Nantes. Yanis, 30 Jahre alt, tritt zu seinem ersten Arbeitstag durch die Tür. Im Großraumbüro etwa zehn unbekannte Gesichter, eine Kaffeemaschine, die schon läuft, jemand ruft: „Willkommen, komm, wir stellen dich allen vor". Für eine Kollegin, die Yanis' Autismus in diesem Moment zum ersten Mal erlebt, liegt die Versuchung nahe, informelle Vorstellungen aneinanderzureihen, einen Händedruck nach dem anderen, ohne ihm Zeit zur Orientierung zu lassen.
Doch drei Tage zuvor hatte die Teamleiterin im Willkommenskanal für neue Mitarbeitende eine Nachricht weitergeleitet, die Yanis selbst vorbereitet hatte, mit dem Link zu seinem Profil. Zwei Kolleginnen öffnen ihn vor dem Begrüßungskaffee. Sie lesen das Wesentliche: Yanis ist autistisch, er bevorzugt schriftliche Nachrichten gegenüber spontanen mündlichen Ansprachen, und eine zu lange Vorstellungsrunde am frühen Morgen erschöpft ihn mehr, als sie ihm hilft. Nicht mehr, nur genug, um den Empfang anzupassen.
Der Vormittag verläuft anders: Die Vorstellungen finden in kleinen Zweiergruppen statt, zeitlich versetzt, und die erste Nachricht, die Yanis von seinem neuen Team erhält, kommt schriftlich, mit einem einfachen „sag mir, wenn du lieber willst, dass wir dir schreiben, statt vorbeizukommen". Was nicht stattfand: die spontane Vorstellungsrunde vor fünfzehn Personen, das Schweigen, das als Desinteresse missverstanden wird, und die Pflicht, gleich in der ersten Stunde eine Arbeitsweise zu erklären, die er noch keine Zeit hatte, auf seine eigene Art vorzustellen.
- Sie schreiben es
- Der QR ist angebracht
- Der Leser scannt
- Verstanden, ohne erneut zu erklären
Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird
Hier geht der QR-Code an die Personen, die tatsächlich mit Yanis zusammenarbeiten werden, nicht an das ganze Unternehmen. Der richtige Moment ist vor dem ersten Treffen, damit jede und jeder die eigene Herangehensweise anpassen kann, ohne die Frage öffentlich stellen zu müssen.
- Nachricht im Willkommenskanal für neue Mitarbeitende, vom Vorgesetzten vor dem ersten Arbeitstag verschickt, damit das Team sie in Ruhe lesen kann.
- Karte im Scheckkartenformat, die man bei sich trägt und bei einem persönlichen Gespräch mit einer vertrauten Kollegin oder einem vertrauten Kollegen zeigt.
- Aufkleber auf dem Laptop oder dem Notizbuch, gedruckt von einem A4-Etikettenbogen (Standardmodell), als dezenter Anhaltspunkt in Besprechungen.
- Link in der E-Mail-Signatur, den jede externe Ansprechperson einsehen kann, ohne nachfragen zu müssen.
Die Regel hier: Die Information geht an die Personen, die den Arbeitsalltag teilen, vor dem Kontakt, nicht nach einem Missverständnis, das sich schon festgesetzt hat.
Vorformulierte Textvorlagen
Drei Vorlagen, die Sie an Ihre Situation anpassen können. Sie zeigen, was eine Kollegin oder ein Kollege zuerst liest: was sich durch den Autismus bei der Arbeit verändert, was konkret hilft, und was den Einstieg erschwert. Ausgangspunkte, keine Sätze zum wörtlichen Abschreiben.
Für den Bereich „Vorstellung"
„Ich heiße [Vorname], ich komme neu ins Team als [Position]. Ich bin autistisch: Ich kommuniziere lieber schriftlich als spontan mündlich, und ich brauche etwas Zeit, um mich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Das ist keine Distanz, das ist einfach meine Art zu funktionieren."
Für den Bereich „Wie man helfen kann"
„Sie können: eine schriftliche Nachricht statt einer überraschenden Ansprache bevorzugen, mich dem Team in kleinen Gruppen statt auf einmal vorstellen, eine Änderung von Uhrzeit oder Raum im Voraus ankündigen, mich einen Satz zu Ende sprechen lassen, bevor Sie weitermachen, und einen Punkt schriftlich noch einmal formulieren, wenn nach einer Besprechung etwas unklar bleibt."
Für den Bereich „Was zu vermeiden ist"
„Zu vermeiden: ständig neue informelle Vorstellungen aneinanderreihen, Blickkontakt während eines Gesprächs erzwingen, Schweigen als Desinteresse deuten, meine Arbeitsweise vor dem restlichen Team kommentieren, oder ein Brainstorming improvisieren, ohne vorher über das Thema zu informieren."
Für diesen Fall relevante Besonderheiten
Dieser Fall betrifft Autismus, eine Besonderheit, die die soziale Kommunikation und die sensorische Verarbeitung beeinflusst, mit einer Intensität und Ausprägung, die von Person zu Person verschieden ist. Im Berufsleben zeigt sich das oft durch eine deutliche Vorliebe für Schriftliches und ein Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit. Die verlinkte Seite erklärt im Detail, was Autismus umfasst, und welche Anpassungen die berufliche Eingliederung erleichtern.
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