Erwachsener mit Aphasie nach Schlaganfall, 58 Jahre
Eine Person mit Aphasie nach einem Schlaganfall kommt nach einem Sturz in die Notaufnahme. Sie ist bei Bewusstsein, sie versteht jedes Wort des Arztes, kann aber nicht mehr antworten. Ohne schnelle Information kann der Arzt sie für desorientiert halten, einen Psychiater rufen oder eine unpassende Behandlung verordnen. Die laminierte Karte im Portemonnaie und der QR-Code auf der Rückseite geben ihr eine indirekte Stimme.
Dieser Fall betrifft erwachsene Personen mit Aphasie nach einem Schlaganfall, mit stabilisierten Folgeerscheinungen (Broca-Aphasie oder schwere globale Aphasie), die sich mit oder ohne menschliche Unterstützung selbstständig fortbewegen können.
Der erlebte Moment
Notaufnahme, 21 Uhr. Ein 58-jähriger Mann wird von der Feuerwehr nach einem Sturz in seinem Garten gebracht. Bei Bewusstsein, Hämatom an der Stirn, kein Bewusstseinsverlust. Der Notarzt fragt ihn nach seinem Namen. Er antwortet nicht. Er zeigt auf sein Portemonnaie. Der Arzt sieht darin einen Personalausweis, eine Krankenversicherungskarte, eine blaue laminierte Karte mit einem QR-Code auf der Rückseite und der Aufschrift auf der Vorderseite: „Ich verstehe, ich kann nicht sprechen. Bitte den QR-Code scannen."
Der Arzt scannt. In zwanzig Sekunden liest er: Bruno, 58 Jahre, seit einem ischämischen Schlaganfall der linken Hirnhälfte vor 3 Jahren schwere Broca-Aphasie, unter Kardegic 75, allergisch gegen Penicillin, Kontakt Ehefrau (Nummer). Er kommuniziert mit Ja/Nein (Kopfnicken), durch Zeigen auf eine Buchstabentafel (in der linken Jackentasche), schriftlich mit einem Stift, den er immer bei sich trägt.
Der Arzt holt die Buchstabentafel heraus. Bruno zeigt: ‚K-N-I-E-S-C-H-M-E-R-Z'. Der Arzt versteht: ‚Knieschmerz'. Er tastet ab. Schenkelhalsfraktur, per Röntgen zu bestätigen. Er ruft die Ehefrau an. Er behandelt. Ohne Verwirrung.
- Sie schreiben es
- Der QR ist angebracht
- Der Leser scannt
- Verstanden, ohne erneut zu erklären
Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird
Blaue laminierte Karte (die Farbe wurde gewählt, damit sie im Portemonnaie sofort auffällt), im Scheckkartenformat, im Hauptfach des Portemonnaies direkt nach dem Personalausweis und der Krankenversicherungskarte eingesteckt. Die Vorderseite trägt die kurze Botschaft auf Französisch und auf Englisch („I understand, I cannot speak, scan the QR"), die Rückseite nur den QR-Code.
Zusätzlich in der Kartenhülle des Telefons, falls die aphasische Person eines hat, in der Pflegetasche neben dem Gesundheitsheft, und am Hauseingang (Zettel innen an der Tür angeheftet für den Rettungsdienst zu Hause).
Zu vermeiden: altmodische medizinische Alarmarmbänder, sie sind teuer, veraltet, und junge Notärzte suchen nicht systematisch danach. Zu vermeiden: Ketten, oft von der Kleidung verdeckt. Zu vermeiden: Karten, die im Boden der Tasche versteckt sind, der Rettungsdienst hat keine Zeit zum Durchsuchen.
Zu bedenken: Die Karte kann einen aufgedruckten Pfeil mit dem Hinweis ‚siehe linke Jackentasche: Buchstabentafel' haben. Redundanz spart Zeit.
Vorformulierte Textvorlagen
Die drei folgenden Vorlagen wurden vom unterstützenden Ehepartner geschrieben, mit Bestätigung der betroffenen Person, wenn dies möglich ist (per Ja/Nein). Der medizinische Wortschatz darin ist präzise und aktuell, damit der Notarzt behandeln kann, ohne erneut nachfragen zu müssen.
Für den Bereich „Vorstellung"
„Bruno, 58 Jahre. Schwere Broca-Aphasie seit einem ischämischen Schlaganfall der linken Sylvius-Arterie im März 2023. Versteht gesprochene und geschriebene Sprache. Kann mit dem Kopf nicken für Ja/Nein. Schreibt wenig, langsam. Benutzt eine Buchstabentafel in der linken Jackentasche. Unter Kardegic 75. Allergisch gegen Penicillin. Kontakt Ehefrau: Marie 06 XX XX XX XX."
Für den Bereich „Wie man helfen kann"
„Sie können: ihm geschlossene Fragen stellen (Ja/Nein), seine Buchstabentafel für komplexere Fragen verwenden, Fachbegriffe aufschreiben (er kann sie lesen), ihm 5 Sekunden Antwortzeit pro Frage lassen, seine Ehefrau für die Anamnese anrufen, seinen Logopäden anrufen (Nummer auf der Rückseite des Portemonnaies), falls eine Einschätzung nötig ist."
Für den Bereich „Was zu vermeiden ist"
„Zu vermeiden: mit ihm wie mit einem Kind sprechen (er versteht alles), die Stimme heben (er ist nicht taub), ihn für desorientiert halten, einen Psychiater wegen einer Kommunikationsstörung rufen (es handelt sich nicht um Psychiatrie), ihm Aspirin geben (bereits unter Thrombozytenaggregationshemmer), ihm Penicillin verschreiben (schwere Allergie)."
Für diesen Fall relevante Besonderheiten
Dieser Fall geht von der Broca-Aphasie nach einem Schlaganfall aus. Er betrifft auch die Wernicke-Aphasie (die betroffene Person spricht viel, aber unzusammenhängend), die globale Aphasie und die primär progressiven Aphasien (semantische Demenz, frontotemporale lobäre Degeneration).
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