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Anwendungsfaelle

Erwachsener mit sensorischer Überempfindlichkeit, 45 Jahre

Eine freiberufliche Krankenpflegerin kommt für regelmäßige Behandlungen zu einer überempfindlichen erwachsenen Person nach Hause. Ihr gewöhnliches Auftreten (Parfüm, laute Stimme, schnelle Bewegungen, Kittel) kann einen Stress auslösen, der den ganzen Tag anhält. Eine beim ersten Besuch übergebene Karte, ein Scan vor dem Klingeln: sie passt ihr Auftreten an und gewinnt eine Beziehung, die über die Zeit trägt.

Dieser Fall betrifft erwachsene Personen mit sensorischer Überempfindlichkeit (oft verbunden mit Autismus-Spektrum-Störung, ADHS, Fibromyalgie oder chronischem Erschöpfungssyndrom), die von einer ambulanten Pflegekraft für wiederkehrende Behandlungen betreut werden.

Der erlebte Moment

Ruhige Straße, Nachkriegsgebäude, ein geschlossener Hauseingang. Die freiberufliche Krankenpflegerin kommt um 8:20 Uhr zu einer neuen Patientin für einen postoperativen Verbandswechsel. Sie klingelt. Die Patientin öffnet im Morgenmantel, ihr Blick sucht den Boden, sie weicht einen Schritt zurück, als die Pflegerin die Schwelle überschreitet.

Die Pflegerin merkt, dass sie die Tür kräftig aufgedrückt hat, dass sie laut gesprochen hat (‚guten Tag, hier ist die Pflegekraft'), dass sie ein stärkeres Parfüm als sonst aufgetragen hat, um ihre Erkältung zu überdecken. Die Patientin reicht ihr eine Karte. Sie scannt. Sie erfährt, dass Christine überempfindlich gegenüber Gerüchen, lauten Stimmen und schnellen Bewegungen ist, dass sie Kittel aus Synthetikstoff nicht erträgt (Rascheln), dass sie braucht, dass jede Handlung 5 Sekunden vorher angekündigt wird (‚ich hebe jetzt den Ärmel hoch, ist das in Ordnung?'), dass ein Verbandswechsel bei ihr normalerweise 4 Minuten dauert, ohne Angst, wenn die Vorgehensweise ruhig ist.

Sie zieht ihre Jacke aus, sie flüstert ‚ich nehme jetzt Ihren Verband ab', sie wartet auf ein Nicken. Die Behandlung dauert 6 statt 4 Minuten. Sie geht mit einer tragfähigen Beziehung.

  1. Sie schreiben es
  2. Der QR ist angebracht
  3. Der Leser scannt
  4. Verstanden, ohne erneut zu erklären

Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird

Der QR-Code zu Hause ist selten und diskret: die überempfindliche Person möchte keinen Aufkleber an ihrer Eingangstür. Eine Karte im Scheckkartenformat in der Schublade des Couchtischs, neben der Pflegetasche, die die Pflegekraft bei ihrer Ankunft öffnet. Beim ersten Besuch persönlich zu übergeben, mit ein paar kurzen Worten.

Zusätzlich beim Hausarzt (in der Papierakte), damit der Kollege vom Wochenenddienst informiert ist. Zusätzlich auf der Rückseite der Krankenversicherungskarte, im Portemonnaie, für die seltenen Fälle, in denen die Patientin außer Haus muss.

Zu vermeiden: sichtbare Aufkleber an der Eingangstür (öffentlich einsehbar), am Briefkasten (Witterung), oder am Kühlschrank (zu große Nähe, betrifft die ambulante Pflegekraft nicht). Ebenfalls zu vermeiden: Plakate an der Wand im Eingangsbereich, sie halten die Person in der Rolle der ‚überempfindlichen Patientin' fest, die jeden Tag aufs Neue gespielt wird.

Für Vertretungen in der ambulanten Pflege (Urlaub, Krankheit) kann die gemeinsame Akte der Pflegepraxis einen Link zum Profil enthalten. Die Vertretung bereitet sich schon vor dem ersten Besuch vor.

Vorformulierte Textvorlagen

Die drei folgenden Vorlagen wurden von der betroffenen erwachsenen Person selbst geschrieben. Der Ton ist direkt, ohne Dramatisierung, mit einem Wortschatz, der zeigt, dass die Person ihre Besonderheit besser kennt als die vorbeikommenden Pflegekräfte.

Für den Bereich „Vorstellung"

„Christine, 45 Jahre. Seit jeher schwere sensorische Überempfindlichkeit, verstärkt durch ein chronisches Erschöpfungssyndrom, diagnostiziert 2019. Empfindlich gegenüber starken Gerüchen (Parfüm, Tabak, Bohnerwachs), lauten Stimmen, schnellen Bewegungen und dem scharfen Geräusch synthetischer Stoffe. Lebt allein, selbstständig, dreimal wöchentlich von einer ambulanten Pflegekraft betreut."

Für den Bereich „Wie man helfen kann"

„Sie können: mit leiser, ruhiger Stimme sprechen, jede Handlung 5 Sekunden vorher ankündigen, Ihre Jacke im Eingangsbereich ausziehen, wenn sie nach Tabak oder Parfüm riecht, Ihre Sachen auf den dafür vorgesehenen Stuhl legen (nicht auf das Sofa), mich vor jedem neuen Kontakt um ein Kopfnicken bitten, die Vorhänge nicht ohne Rücksprache mit mir öffnen."

Für den Bereich „Was zu vermeiden ist"

„Zu vermeiden: mit starkem Parfüm hereinkommen (wenn möglich ohne versuchen), laut sprechen in der Annahme, ‚herzlich' zu wirken, Geräusche durch raschelnde Kittel machen (Baumwolle bevorzugen), sich beeilen, ‚um mich nicht zu ermüden' (das Gegenteil ermüdet mich mehr), mir Hintergrundmusik vorschlagen (verstärkt die Belastung)."

Für diesen Fall relevante Besonderheiten

Dieser Fall geht von der sensorischen Überempfindlichkeit bei Erwachsenen aus, oft verbunden mit chronischem Erschöpfungssyndrom und Fibromyalgie. Er betrifft auch autistische Erwachsene, die allein leben und regelmäßig gepflegt werden, sowie Erwachsene mit chronischer Migräne, die durch sensorische Reize ausgelöst wird.

Ähnliche Fälle

Drei weitere Fälle, in denen der QR-Code einer regelmäßig vorbeikommenden Pflegekraft hilft, ihr Auftreten anzupassen, ohne die Person bei jedem Besuch neu entdecken zu müssen.

Diese Situation sollten Sie nicht bei jeder neuen Person wiederholen müssen.

Jeder Schuljahresbeginn, jede neue Vertretung, jeder Termin: alles fängt wieder von vorne an. myHandiQR macht damit Schluss. Sie schreiben es einmal. Sie fangen nicht mehr bei jeder Begegnung von vorne an.