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Anwendungsfaelle

Mitarbeiterin mit generalisierter Angststörung, 28 Jahre

Eine Mitarbeiterin mit generalisierter Angststörung beantragt bei der Personalleitung eine Homeoffice-Regelung. Ohne Unterstützung müsste sie einem HR-Gremium von ihren Panikattacken, ihren nächtlichen Aufwachphasen und ihrer Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln erzählen, was die Angst genau im Moment des Antrags verstärkt. Ein dem Homeoffice-Antrag beigefügter QR-Code liefert die Fakten, ohne dass die Mitarbeiterin sie inszenieren muss.

Dieser Fall betrifft erwachsene Menschen mit generalisierter Angststörung, Panikstörung oder schwerer sozialer Angst, die seit mehr als 6 Monaten in ihrer Stelle sind und eine über das allgemeine Recht hinausgehende Homeoffice-Regelung beantragen.

Die erlebte Situation

Büro der Personalleitung eines mittelständischen Unternehmens, Jahresgespräch. Marion, 28 Jahre, Kommunikationsreferentin, ist mit einem Antrag auf Homeoffice an 4 Tagen pro Woche gekommen (statt der üblichen 2 Tage). Sie hat ihre Argumente vorbereitet. In der Nacht zuvor hat sie kaum geschlafen.

Die Personalleitung öffnet die Unterlagen. Sie sieht den Antrag, die von Marion verfasste einseitige Begründung, eine Anlage ‚myHandiQR-Profil' mit einem auf eine kleine Karte gedruckten QR-Code. Die Personalleitung scannt ihn. Sie liest: schwere generalisierte Angststörung, diagnostiziert 2022, unter Sertralin 100 mg, Panikattacken in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln (Regionalzug, U-Bahn zu Stoßzeiten), durch antizipatorischen Stress gestörter Schlaf, ausgezeichnete Arbeitsfähigkeit in ruhiger und vorhersehbarer Umgebung.

Die Personalleitung legt ihren Stift ab. Sie sagt: „Gut, wir schauen, wie wir das organisieren. Ich schlage Ihnen 4 Tage Homeoffice vor, mit Präsenz am Donnerstag, dem Team-Tag. Stimmen Sie das mit Ihrem Betriebsarzt ab?“ Marion verlässt das Büro um 10:45 Uhr. Sie hat 12 Minuten gebraucht, um das zu bekommen, was sie befürchtet hatte, in 40 Minuten angstbesetzter Erzählung verteidigen zu müssen.

  1. Sie schreiben es
  2. Der QR ist angebracht
  3. Der Leser scannt
  4. Verstanden, ohne erneut zu erklären

Wo der QR-Code für diesen Fall platziert werden sollte

Ein gedrucktes A5-Blatt als Anlage zum formellen Homeoffice-Antrag, mit gut sichtbarem QR-Code. Zusätzlich in den mit dem Betriebsarzt geteilten Unterlagen platzieren (dem bevorzugten Ansprechpartner für Arbeitsplatzanpassungen).

Zusätzlich in der E-Mail-Signatur für den folgenden Austausch mit Personalabteilung, Führungskraft und Betriebsarzt. Zusätzlich als Anlage zu den Unterlagen des Betriebsrats oder der Schwerbehindertenvertretung, falls im Unternehmen vorhanden.

Informelle Weitergaben (Slack, WhatsApp) vermeiden, die durchsickern könnten. Blätter auf dem Schreibtisch vermeiden, die im Großraumbüro exponieren. Die Erwähnung in einer Gruppensitzung vermeiden: Der Homeoffice-Antrag sollte zweiseitig mit der Personalabteilung bleiben.

Für die jährlichen Beurteilungsgespräche ermöglicht ein QR-Code im beruflichen Umfeld der Mitarbeiterin (persönliches Laufwerk, Personalakte) einer neuen Führungskraft, die Anpassungen zu verstehen, ohne dass alles erneut übermittelt werden muss.

Vorgefertigte Textvorlagen

Die drei folgenden Vorlagen wurden von der betroffenen erwachsenen Person selbst verfasst. Das medizinische Vokabular ist präzise, um die Berechtigung des Antrags zu begründen, ohne daraus eine emotional belastende Erzählung zu machen.

Für den Bereich „Vorstellung“

„Marion, 28 Jahre, seit 3 Jahren Kommunikationsreferentin in diesem Unternehmen. Schwere generalisierte Angststörung, diagnostiziert 2022. Unter Sertralin 100 mg, wöchentliche Psychotherapie. Meine beruflichen Leistungen sind stabil (Bewertungen 4,2 von 5 über 2 Jahre). Meine Aufmerksamkeitspunkte: lärmintensive Umgebungen, überfüllte öffentliche Verkehrsmittel, unangekündigte Meetings.“

Für den Bereich „Wie man helfen kann“

„Sie können: mir 4 Tage Homeoffice mit Präsenz am Donnerstag (Team-Tag) gewähren, mich 48 Stunden vor jedem nicht geplanten Präsenzmeeting informieren, mich 10 Minuten hinausgehen lassen, wenn ein Meeting länger als 90 Minuten dauert, bei heiklen Punkten schriftlich kommunizieren, die Anpassungen im gesetzlichen Rahmen mit dem Betriebsarzt abstimmen.“

Für den Bereich „Was zu vermeiden ist“

„Zu vermeiden: mich bitten, meine ‚Krisen im Detail zu schildern', um meinen Antrag zu bewerten, meine Situation mit der nicht betroffener Kolleginnen und Kollegen vergleichen, die erhaltene Anpassung immer wieder infrage stellen (Unsicherheit verstärkt die Angst), mir eine therapeutische Teilzeit vorschlagen, obwohl ich im Homeoffice Vollzeit arbeiten kann, mir eine interne psychologische Beurteilung aufzwingen.“

Bei diesem Fall relevante Besonderheiten

Dieser Fall geht von einer schweren generalisierten Angststörung aus. Er betrifft auch die Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, die soziale Phobie sowie die posttraumatische Belastungsstörung in ihrer beruflichen Dimension (Auslöser im Büroumfeld).

Ähnliche Fälle

Drei weitere Fälle, in denen der QR-Code die angstbesetzte Erzählung verkürzt und der Personalabteilung die nötigen Fakten liefert, um über einen Anpassungsantrag zu entscheiden.

Diese Situation sollten Sie nicht bei jeder neuen Person wiederholen müssen.

Jeder Schuljahresbeginn, jede neue Vertretung, jeder Termin: alles fängt wieder von vorne an. myHandiQR macht damit Schluss. Sie schreiben es einmal. Sie fangen nicht mehr bei jeder Begegnung von vorne an.