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Anwendungsfaelle

Ältere Person mit beginnendem Alzheimer, 74 Jahre

Eine ältere Person kommt allein in die Apotheke mit dem Rezept ihres Arztes. Die Apothekerin bemerkt, dass sie gerade erst da war, dass sie eine Packung verlangt, die sie schon hat. Ohne Information gibt sie die Packung heraus oder lehnt ungeschickt ab. Der QR-Code auf der Rückseite der Krankenversicherungskarte ermöglicht ein diskretes Nachlesen, einen passenden Vorschlag, ohne dass die Person am Tresen vor den anderen Kunden bloßgestellt wird.

Dieser Fall betrifft ältere Personen mit beginnender oder mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung, die zu Hause leben und allein einkaufen sowie die Apotheke in der Nähe aufsuchen.

Der erlebte Moment

Apotheke im Viertel, 10 Uhr. Eine 74-jährige Dame im beigen Kostüm, mit einer Vintage-Handtasche, legt ihr Rezept und ihre Krankenversicherungskarte auf den Tresen. ‚Eine Nachbestellung meines Kardegic.' Die Apothekerin schaut auf das Rezept: Kardegic steht dort nicht. Sie schaut in die Historie: die Dame war gestern schon da, sie hat drei Packungen Kardegic mitgenommen. Sie weiß, was in so einer Situation zu tun ist, üblicherweise lehnt sie höflich ab. Die Dame insistiert mit einem leichten Zittern in der Stimme.

Die Apothekerin nimmt die Krankenversicherungskarte, dreht sie um, um das Datum der Rechteeröffnung zu prüfen. Sie sieht den kleinen Aufkleber auf der Rückseite, mit einem aufgedruckten QR-Code und der Aufschrift ‚bitte im Zweifelsfall scannen'. Sie zieht die Karte durch das Lesegerät, gerade als sie die übliche Medikamententüte greifen will. Sie scannt den QR-Code diskret unter dem Tresen. In zwanzig Sekunden liest sie: Marguerite, beginnende Alzheimer-Erkrankung, diagnostiziert 2024, Bezugstochter (Nummer), Medikamentenbox wöchentlich von der Tochter vorbereitet, kein Medikament ohne vorherigen Anruf bei der Tochter aushändigen.

Die Apothekerin sagt: ‚Ich prüfe die Bestellung mit Ihrer Tochter, zwei Minuten.' Marguerite setzt sich auf den Stuhl. Die Apothekerin ruft die Tochter an, die bestätigt, dass eine Medikamentenbox vorbereitet ist und keine Nachbestellung nötig ist. Marguerite geht mit einer hübschen Stofftasche voller Cremeproben, beruhigt, ohne gedemütigt worden zu sein.

  1. Sie schreiben es
  2. Der QR ist angebracht
  3. Der Leser scannt
  4. Verstanden, ohne erneut zu erklären

Wo der QR-Code für diesen Fall platziert wird

Die Rückseite der Krankenversicherungskarte ist der stabilste Ort: die Karte ist immer bei der Person, sie wird bei jeder ärztlichen und pharmazeutischen Handlung vorgezeigt, sie wird von der Fachkraft gehandhabt (nicht von der Patientin). Runder Aufkleber, 2 cm, gedruckt von der Bezugstochter oder dem Hausarzt.

Zusätzlich im Portemonnaie als Karte im Scheckkartenformat (mit der Aufschrift ‚bei Verwirrtheit scannen'), und am Hauseingang (Zettel innen an der Tür angeheftet für den Rettungsdienst zu Hause).

Zu vermeiden: sichtbare Alarmarmbänder, sie stellen die Person in der Öffentlichkeit bloß. Zu vermeiden: Aufkleber auf der Handtasche, die Tasche kann verloren gehen oder gestohlen werden.

Die Bezugstochter kann auch ein ausgedrucktes Blatt mit dem QR-Code in der Stammapotheke hinterlassen, das auf der Papierakte der Mutter angebracht wird (stillschweigende Vereinbarung zwischen Apotheke und Familie). So kann das gesamte Apothekenteam (einschließlich der pharmazeutisch-technischen Assistenten) im Zweifelsfall scannen.

Vorformulierte Textvorlagen

Die drei folgenden Vorlagen wurden vom erwachsenen Kind (hier die Bezugstochter) geschrieben, mit Zustimmung der Mutter, solange sie diese im frühen Krankheitsstadium noch geben kann. Der Ton bleibt respektvoll, niemals bevormundend.

Für den Bereich „Vorstellung"

„Marguerite, 74 Jahre, verwitwet, lebt allein in ihrer Wohnung im 15. Arrondissement. Beginnende Alzheimer-Erkrankung, diagnostiziert im Juni 2024, MMSE 22/30. Unter Aricept 10 mg. Selbstständig beim Einkaufen und bei der Körperpflege. Gelegentliche Verwirrung bei den Medikamenten. Bezugstochter: Anne, 06 XX XX XX XX."

Für den Bereich „Wie man helfen kann"

„Sie können: mich anrufen, bevor Sie ein Medikament aushändigen, das nicht in der Medikamentenbox vorgesehen ist, mit ihr in normaler, ruhiger Stimme sprechen (sie ist nicht taub), ihr Zeit zum Bezahlen lassen, sie zur Apothekentür begleiten, wenn sie desorientiert wirkt, mich über jedes ungewöhnliche Verhalten informieren, wiederholte Anfragen festhalten."

Für den Bereich „Was zu vermeiden ist"

„Zu vermeiden: schroff am Tresen vor den anderen Kunden ablehnen, die Stimme heben, um ‚eindeutig verstanden' zu werden, ihr unnachgiebig sagen ‚Sie waren doch schon da' (sie erinnert sich nicht daran), sie ohne vorherigen Anruf nach Hause schicken, ihr ein Medikament geben, um sie nicht zu verärgern (gefährlich)."

Für diesen Fall relevante Besonderheiten

Dieser Fall geht von der beginnenden bis mittelschweren Alzheimer-Erkrankung aus. Er betrifft auch vaskuläre Demenzen (nach wiederholten Schlaganfällen), die Lewy-Körper-Demenz und frontotemporale Demenzen bei Personen über 65 Jahren, die für ihre Einkäufe noch selbstständig sind.

Ähnliche Fälle

Drei weitere Fälle, in denen der QR-Code einem Geschäft in der Nähe (Apotheke, Bäckerei, Friseur) ermöglicht, zu unterstützen, ohne die Person vor den anderen Kunden bloßzustellen.

Erklären Sie es oft?

Sie müssen es nicht mehr jeder neuen Person erzählen.

Drei Texte (Vorstellung, wie man hilft, was zu vermeiden ist), ein geteilter QR-Code. Beim Scannen liest Ihr Gegenüber das Wichtigste, in seiner eigenen Sprache.